15:38 31 März 2020
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    Die US-amerikanischen Agenten und Experten für Cybersicherheit haben sich seit mindestens elf Jahren auf eine mögliche Festnahme des russischen Informatikers Pjotr Lewaschow vorbereitet, berichtet die US-Zeitung „The New York Times“ (NYT). Washington beschuldigt diesen eines groß angelegten Betrugs im Internet.

    Die föderalen US-Agenten sollen vor einigen Jahren gar nach Moskau gereist sein, um ihre russischen Kollegen um Hilfe bei Lewaschows Festnahme zu bitten, wie ein Ex-Mitarbeiter der amerikanischen Sicherheitskräfte, der dabei gewesen sein soll, der Zeitung mitteilte. Wann diese Reise stattfand, präzisierte die Quelle des Blattes allerdings nicht. Jedenfalls sollen sie damals keine konkreten Ergebnisse erzielt haben.

    Ende März des laufenden Jahres bekam das FBI laut NYT Information darüber, dass Lewaschow mit seiner Familie aus seiner Heimatstadt St. Petersburg nach Spanien zu fliegen plane. Wie sie davon erfahren und ob sie dabei mit den russischen Behörden kooperiert hätten, bleibt vorerst unklar.

    Zuvor war berichtet worden, dass ein russischer Informatiker in Barcelona festgenommen worden war, der zu diesem Zeitpunkt mit seiner Familie Urlaub machte. Dies bestätigte auch die russische Botschaft in Madrid. Russische Diplomaten würden Lewaschow die notwendige Hilfe leisten und im ständigen Kontakt zu der spanischen Polizei bleiben. Der TV-Sender RT berichtet unter Berufung auf die Ehefrau von Lewaschow, Maria, dass der Russe auf Anfrage aus den USA festgenommen wurde.

    Dem US-Justizministerium zufolge wurde gegen Lewaschow im Gericht des Bundestaates Alaska eine Anklage wegen des Betrugs im Internet und des illegalen Abfangens von E-Mails erhoben. Zuvor waren ähnliche Anklagen gegen Lewaschow in Michigan und der US-Hauptstadt Washington erhoben.

    Wie die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf Brian Krebs, Fachjournalist für die Szene russischer Internetbetrüger, schreibt, war der Verdächtige bisher vor allem in einem eher unpolitischen Feld in Erscheinung getreten: Spam-E-Mails. Krebs sieht den Festgenommenen als einen der schlimmsten Spammer der Welt an. Dem Experten zufolge ist Lewaschow seit mehr als einem Jahrzehnt aktiv – vor allem als „Hintermann großer Botnetze aus gekaperten Computern, über die Unmengen unerwünschter Werbemails an Internetnutzer in der ganzen Welt versandt wurden“.

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    Tags:
    E-Mails, Anklage, Hilfe, Polizei, Kontakt, Festnahme, Hacker, FBI, Spanien, Russland, USA