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15:35 21 Oktober 2019
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    Flüchtlinge im Seehafen von Bengasi

    Migrantenschicksal: Sklaverei in Libyen statt Wohlstand in Europa

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    Die Internationale Organisation für Migration (IOM) hat am Dienstag von einem Sklavenmarkt in der Stadt Sabha im Südwesten Libyens berichtet. Dort werden Migranten und Flüchtlinge, die über das Mittelmeer nach Europa gelangen wollten, als lebende Ware angeboten.

    „Migranten aus dem Süden der Sahara werden von Libyern ver- und gekauft – mit Hilfe von ghanesischen und nigerischen Bürgern, die für sie arbeiten“, teilte der Pressesekretär der IOM, Joel Millman, mit.

    IOM sammelt derzeit Informationen bei Migranten, die aus Libyen über Transitzentren nach Niamey und Agadez in Niger zurückkehren.

    Millman zufolge haben mehrere Flüchtlinge im Gespräch mit ihm von dem Risiko gesprochen, in Sabha als Sklave verkauft zu werden. Der Menschenhandel werde von Autofahrern bzw. Ortsansässigen getrieben, die die Sklaven meist für Bauarbeiten einsetzen und dann weiterverkaufen.

    Einige Migranten, vorwiegend aus Niger, Ghana und Gambia, würden gezwungen, als Kidnapper oder Wachleute in Wohnhäusern oder auf dem Sklavenmarkt zu arbeiten, sagte Millman unter Berufung auf einen IOM-Mitarbeiter aus Niger.

    Wie in Niger eingesetzte IOM-Mitglieder berichteten, seien Migranten und Flüchtlinge, die von Schmugglern festgehalten werden, Gewalt und sexuellen Übergriffen ausgesetzt und würden unter Hunger leiden. Im vorigen Jahr seien 14 Menschen den Hungertod gestorben. IOM würden Informationen über Massengräber in der Wüste vorliegen, hieß es.

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    Tags:
    Flüchtlinge, Sklaverei, Internationale Organisation für Migration IOM, Ghana, Niger, Libyen