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    Eurovision: Kiew hat Strategie gegen EBU-Sanktionen – Vize-Premier

    © AFP 2019 / Sergei Supinsky
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    Kiew weiß, was zu tun ist, um EBU-Sanktionen zu vermeiden, die wegen des eingeführten Einreiseverbots für die russische Eurovision-Teilnehmerin gegen die Ukraine verhängt werden könnten. Dies sagte der Vize-Premier des Landes, Wjatscheslaw Kirilenko, im Gespräch mit dem ukrainischen Portal obozrevatel.com.

    „Für alle negativen Folgen muss eine konsolidierte Entscheidung der Europäischen Rundfunkunion (EBU/European Broadcasting Union) vorliegen. So eine Entscheidung sieht spezielle Verfahren und Abstimmungen vor. Ich bezweifle, dass alle in der Europäischen Rundfunkunion große Freunde des Kremls sind, so Kirilenko.

    Das von Kiew verhängte Einreiseverbot für die russische Eurovision-Teilnehmerin Julia Samoilowa könnte Folgen haben oder auch nicht. Dies bedeutet laut Kirilenko auch, dass eben auch keine Sanktionen erlassen werden könnten, weil dies nun eine offene Frage sei.

    Die negative EBU-Reaktion sei leicht zu verstehen, denn Russland sei ein großer Markt und es zahle Mitgliedsgebühren, so Kirilenko weiter.
    Falls es nach dem Eurovision Song Contest doch dazu kommen würde, dass Sanktionen gegen die Ukraine in den Raum gestellt werden, habe Kiew vor, auf seiner Position zu bestehen und die Situation „zusätzlich zu erklären“, hieß es.

    Zuvor war berichtet worden, dass der ukrainische Inlandsgeheimdienst (SBU) Samoilowa für drei Jahre die Einreise in die Ukraine verboten hatte. Zur Begründung wies die Behörde auf einen „illegalen Auftritt der Sängerin auf der 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim“ hin. Kiew bestraft Reisen auf die Krim über russisches Gebiet mit Einreiseverbot in die Ukraine.

    Laut Medien schickte die EBU später einen Brief an den ukrainischen Premier Wladimir Groisman. Darin drohte die Rundfunkunion Kiew mit harten Sanktionen, falls die russische ESC-Kandidatin Julia Samoilowa die Einreise und damit die Songcontest-Teilnahme weiterhin verwehrt werden sollten.
    Unter anderem wird der ukrainischen Seite nahegelegt, dass das „inakzeptable Einreiseverbot“  für Samoilowa gegen die Regeln und Traditionen des ESC verstoße, mehrere Länder sich deswegen für einen Boykott der Eurovision ausgesprochen hätten und künftig zudem auch ein Ausschluss der Ukraine vom Wettbewerb denkbar sei.

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    Tags:
    Sanktionen, Einreiseverbot, ESC-2017, Inlandsgeheimdienst der Ukraine (SBU), Europäische Rundfunkunion (EBU), Wladimir Groisman, Wjatscheslaw Kirilenko, Julia Samoilowa, Krim, Russland, Kiew, Ukraine