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    Geiseldrama in Beslan: Spezialkräfte bringen Kinder und Frauen aus der von Terroristen besetzten Schule

    Geiseldrama in Beslan: Kreml nennt Straßburger Urteil inakzeptabel

    © AP Photo / Sergey Ponomarev
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    Der Kreml hat das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) zum blutigen Geiseldrama von 2004 in der südrussischen Stadt Beslan kritisiert. In dem am Donnerstag gefällten Gerichtsspruch wird Russland wegen „Versäumnissen“ zur Verhinderung des Anschlags und bei Vorbereitung des Rettungs-Einsatzes verurteilt.

    Die Straßburger Richter gaben am Donnerstag 409 Klägern Recht und verurteilten den russischen Staat zur Zahlung von Schmerzensgeld in Höhe von insgesamt rund drei Millionen Euro an Überlebende und Angehörige von Opfern, die beim Geiseldrama in der Beslaner Schule Nummer eins getötet oder verletzt wurden.

    Die Beschwerdeführer werfen den russischen Behörden vor, nicht genug getan zu haben, um den Angriff zu verhindern. Der Einsatz zur Befreiung der Geiseln sei zudem weder sorgfältig vorbereitet noch ausreichend kontrolliert gewesen. Außerdem kritisieren die Kläger die Ermittlungen als unzureichend. Das Urteil des EGMR ist noch nicht rechtskräftig. Russland kann dagegen binnen drei Monaten Rechtsmittel einlegen.

    „Wir können solche Formulierungen natürlich nicht akzeptieren“, kommentierte Dmitri Peskow, Pressesprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin, das Urteil. Auf die Frage, ob Russland das Urteil erfüllen würde, sagte Peskow: „Alle notwendigen rechtlichen Schritte im Zusammenhang mit diesem Urteil werden unternommen.“
    Am 1. September 2004, dem traditionellen ersten Schultag in Russland, hatten rund 30 schwer bewaffnete Terroristen in einer Schule in Beslan (Teilrepublik Nordossetien, Nordkaukasus) 1.128 Menschen, größtenteils Kinder, in ihre Gewalt gebracht.

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    Die Geiselnehmer lehnten die Lieferung von Nahrungsmitteln und Trinkwasser ab. Als am 3. September willigten die Geiselnehmer in den Abtransport der Leichen getöteter Geiseln ein. Als ein Fahrzeug des Zivilschutzes an der Schule vorfuhr, kam es im Gebäude auf ungeklärte Weise zu Explosionen. Mehrere Geiseln ergriffen daraufhin die Flucht durch die Fenster, die Terroristen und Sicherheitskräfte begannen zu schießen. Bei dem Geiseldrama starben insgesamt 334 Menschen, darunter 186 Schüler. Mehr als 800 weitere Menschen wurden verletzt.

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