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04:14 20 August 2019
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    Ein Fußballfan nach der Absage des Viertelfinalspiels zwischen Borussia Dortmund und AS Monaco wegen Anschlags auf den BVB-Teambus

    Anschlag von Dortmund aufklären und Zeichen gegen den Terror setzen – MdB Hahn

    © REUTERS / Ralph Orlowski
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    Als feige und hinterhältig bezeichnet der Bundestagsabgeordnete André Hahn das Attentat auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund am 11. April. Der sportpolitische Sprecher der Linksfraktion warnt: Absolute Sicherheit bei sportlichen Großveranstaltungen gibt es nicht. Dem Terror darf aber nicht klein bei gegeben werden, sagt er im Interview.

    "Das war in jedem Fall ein ganz feiger und hinterhältiger Anschlag“, betonte Hahn im Gespräch mit Sputnik-Korrespondent Bolle Selke am Tag danach. „Noch sind ja nicht alle Hintergründe offengelegt, aber es passt natürlich in das Muster von Terroranschlägen: Unsicherheit schüren, Angst verbreiten und auch noch Großereignisse zu behindern oder in Frage zu stellen – wie eben jetzt ein Champions League Spiel.“ Deshalb sei die Vermutung naheliegend, dass es einen terroristischen Hintergrund gebe. Der linke Politiker findet es auch „völlig richtig, dass man jetzt nicht klein beigibt und diese Spiele nicht komplett absagt.“ Er forderte, dass die Hintergründe vollständig aufgeklärt werden. 

    "Man möchte die Gesellschaft einfach insgesamt treffen und Sport hat einen hohen Stellenwert, ist sehr beliebt und dort ist auch der öffentliche Fokus darauf. Bei den Spielen gibt es Millionen Fernsehzuschauer. Natürlich werden dann Sondersendungen gebracht, die Nachrichten werden zwischendurch eingeschoben, Filme werden unterbrochen und so weiter. Das ist die Aufmerksamkeit, die man offenbar will. Ich glaube es ist nur einem glücklichen Umstand zu verdanken, dass es keine größeren Verletzungen gegeben hat. Wenn man weiß, dass der Bus ja schon dreifach verglast war und trotzdem noch Dinge durchgeschlagen sind, dann ist das dort mit hoher krimineller Energie passiert."

    Zeichen setzen: „Wir lassen uns nicht einschüchtern“

    Die absolute Sicherheit gebe es nicht, hob der Bundestagsabgeordnete hervor. „Wir haben das in Paris gesehen. Wir haben das bei anderen Länderspielen gesehen, wo ja auch die deutsche Mannschaft betroffen gewesen ist.“ Der Linkspartei-Politiker sprach sich dafür aus, bei der Aufklärung auch Erkenntnisse der Nachrichtendienste zu nutzen. Hahn ist auch Geheimdienstexperte seiner Fraktion. Im Gespräch erinnerte er daran, dass bei dem Attentäter Anis Amri auf dem Berliner Weihnachtmarkt ebenso wie jüngst in Stockholm trotz vorheriger nachrichtendienstlicher Erkenntnisse über die mutmaßlichen Täter nicht gegen diese vorgegangen wurde. 

    „Insofern muss man die bekannten Gefährder tatsächlich im Blick behalten, da gibt es auch verschiedene Möglichkeiten. Ich hoffe, dass in allen Ländern, wo größere Turniere jetzt stattfinden, die entsprechende Vorsorge auch getroffen wird.“ Für Hahn ist klar: „Wir haben ja keine andere Wahl, als den Sport und auch solche Veranstaltungen so fair wie möglich weiter durchzuführen.“ Es sei keine Option, dass der Terror dafür sorge, „dass womöglich ganze Turniere abgesagt werden oder unter Ausschluss von Zuschauern stattfinden“. Alle Möglichkeiten, Sicherheit gewährleisten zu können, sollten genutzt werden, sagte der Bundestagsabgeordnete.

    Er hält Anschläge von Linken oder Terror durch die Antifa für „sehr unwahrscheinlich“. Aber für solche Taten gebe „es überhaupt keine Rechtfertigung, egal welche Motivation dahintersteckt." Es sollten Zeichen dagegen gesetzt werden, „auch der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung“: „Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir lassen uns hier nicht unter Druck setzen, sondern wir werden unser Leben weiterleben. Wir werden auch die entsprechenden Veranstaltungen weiter durchführen. Dieser Terror darf keinen Erfolg haben. Da sind wir alle in der Verantwortung, neben dem Agieren der Sicherheitsbehörden, was natürlich auch nötig ist."

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    Tags:
    Terror, Fussball, Anschlag, AS Monaco, UEFA, Die LINKE-Partei, Borussia Dortmund, Anis Amri, André Hahn, Dortmund