02:09 25 Februar 2020
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    Kaum zu glauben, dass so etwas in einem führenden Qualitätsmedium erscheint: Die New York Times schreibt, man solle den IS in Syrien nach Kräften zu unterstützen, wie der Nahostexperte und Kolumnist Seth Frantzman in seinem Blog berichtet.

    „Natürlich ist der IS abscheulich und muss vernichtet werden“, heißt es am Anfang des Artikels in dem New Yorker Blatt. Doch dann tischt NYT-Autor Thomas Friedman seinen Lesern eine Zumutung auf: „Trump sollte den Islamischen Staat allein zum Problem von Assad, Russland, dem Iran und der Hisbollah-Miliz machen. Genauso wie wir einst die Mudschaheddin dazu brachten, die Russen in Afghanistan bluten zu lassen.“

    Friedman appelliert also an die US-Führung, „faschistoide Islamisten, die ganze Volksgruppen ermorden und Frauen zu Tausenden als Sexsklavinnen gefangen halten“ im Kampf gegen andere Staaten einzusetzen, schreibt der Kolumnist Frantzman dazu. Der IS habe den Großteil seiner Ressourcen gar nicht dafür verwendet, den syrischen Präsidenten Assad zu bekämpfen, sondern „um die syrischen Kurden zu vernichten, Minderheiten zu verfolgen, Tempel in die Luft zu jagen, historische Kulturstätten zu verwüsten und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu verüben“, schreibt der Nahostexperte. Und ganz nebenbei bekämpfe die Terrormiliz auch noch die syrische Opposition.

    Wer wirklich wissen will, wozu der IS gut ist, dem empfiehlt Frantzman die Erlebnisberichte jesidischer Frauen, die als Sexsklavinnen verkauft und von ganzen Gruppen vergewaltigt worden seien. Die Bilder und Videos von Massengräbern der IS-Opfer seien in dieser Hinsicht ebenfalls sehr aufschlussreich, schreibt er.

    „Hat denn niemand begriffen, dass die Tragödie in Afghanistan auch auf die US-Unterstützung der Mudschaheddin zurückgeht?“, so Frantzman weiter. Die USA seien in den Neunzigern einfach davongezogen und hätten das Land den Taliban überlassen. „Hat denn niemand begriffen, dass eine Kooperation mit Dschihadisten und Extremisten nicht funktioniert?“ Die IS-Terroristen seien keine moderaten Islamisten: „Sie sind nicht mal die Al-Nusra-Front (ein Al-Qaida-Ableger in Syrien). Sie sind die Schlimmsten der Schlimmsten. Sie verbrennen und köpfen Menschen, allein 1700 bei Camp Speicher im Irak“, schreibt der Beobachter.

    Man könne den IS nicht einfach gewähren lassen. Die Terrormiliz müsse allein wegen ihrer Verbrechen gegen die Menschlichkeit bekämpft werden, appelliert der Kolumnist. „Der Vorschlag, man sollte den IS machen lassen, damit Syrien, der Iran und Russland daran zugrunde gehen, ist nicht nur zynisch. Dieser Vorschlag ist so, als hätte man den Vereinigten Staaten geraten, weniger Druck auf Nazi-Deutschland auszuüben, damit die Sowjets verbluten“, sagt Frantzman klar.

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    Tags:
    Terrorismus, Terrormiliz Daesh, The New York Times, USA