23:03 26 Juni 2019
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    Russlands „Perwy Kanal“ will ESC wegen Fehlens russischer Sängerin nicht übertragen

    Collage by Golos Stolizy
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    Der russische TV-Sender „Perwy Kanal“ will den Eurovision Song Contest 2017 in der ukrainischen Hauptstadt Kiew nicht übertragen. Das geht aus einer Mitteilung des Senders hervor. Dies sei auf das von Kiew verhängte Einreiseverbot für die russische Eurovision-Teilnehmerin zurückzuführen.

    „‚Perwy Kanal‘ bewertet das Einreiseverbot durch die ukrainische Seite (für die russische ESC-Kandidatin Julia Samoilowa – Anm. d. R.) als absolut unbegründet“, heißt es.

    Laut dem Sender verfolgt Kiew dabei das Ziel, den Wettbewerb zu politisieren, der bereits 62 Jahre lang die Menschen vereinigt hat.

    Die europäische Rundfunkunion (EBU, Veranstalter des Gesangswettbewerbs) hatte den russischen TV-Sender benachrichtigt, dass sie diese Frage nicht regeln konnte, und vorgeschlagen, die Kandidatin auszuwechseln oder deren Fernteilnahme zu organisieren.

    „Perwy Kanal“ lehnte eine Live-Schaltung von  Samojlowa zum Eurovision Song Contest ab und betonte, dass dies den Regeln und Prinzipien des Wettbewerbes widerspreche. Auch von einem Auswechseln von Samoilowa könne gar keine Rede sein.

    Zuvor hatte die EBU einen Brief an den ukrainischen Premier Wladimir Groisman geschickt. Darin drohte die Rundfunkunion Kiew mit harten Sanktionen, falls die russische ESC-Kandidatin Julia Samoilowa die Einreise und damit die Songcontest-Teilnahme weiterhin verwehrt werden sollte. Unter anderem wird der ukrainischen Seite nahegelegt, dass das „inakzeptable Einreiseverbot“ für die russische ESC-Teilnehmerin Julia Samoilowa gegen die Regeln und Traditionen des Song Contests verstoße, mehrere Länder sich deswegen für einen Eurovision-Boykott  ausgesprochen hätten und künftig zudem auch ein Ausschluss der Ukraine aus dem Wettbewerb denkbar sei.

    Zuvor war berichtet worden, dass der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU der russischen Teilnehmerin Julia Samoilowa die Einreise in die Ukraine für drei Jahre verboten hatte. Zur Begründung wies die Behörde auf einen „illegalen Auftritt der Sängerin auf der von Russland 2014 annektierten Halbinsel Krim“ hin. Kiew bestraft Reisen auf die Krim über russisches Gebiet mit Einreiseverbot in die Ukraine.

    Der Eurovision Song Contest 2017 findet vom 8. bis 13. Mai in der ukrainischen Hauptstadt Kiew statt.

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    Tags:
    Einreiseverbot, Absage, Übertragung, Perwyj Kanal, Inlandsgeheimdienst der Ukraine (SBU), Eurovision Song Contest (ESC), Europäische Rundfunkunion (EBU), Julia Samoilowa, Krim, Ukraine, Russland