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    Aschenputtel und Co. kandidieren für Präsidentschaft in Frankreich

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    In den Straßen von Paris sind im Rahmen der Präsidentschaftskampagne Poster mit berühmten Zeichentrick- und Comic-Figuren aufgeklebt worden. Diese geben ihre „Wahlversprechen“ und deuten damit auf bestehende Kandidaten hin. Wer nun und weswegen auf den Postern ausgelacht wird, erklärt Sputnik.

    Offizielle Werbeplakate von 11 Präsidentschaftskandidaten sind in französischen Städten am vergangenen Montag aufgeklebt worden. Später tauchte jedoch eine alternative Poster-Reihe auf. Laut Medien wollten Straßenkünstler damit die angespannte Präsidentschaftskampagne im Land entschärfen. Ob das wohl gelungen ist?

    Auf einem der Poster im Zentrum von Paris sagt eine der Hauptfiguren der US-amerikanischen Animationsserie „South Park“, Eric Cartman, dass ihm alles egal sei, er werde im Élysée-Palast (Amtssitz des Staatspräsidenten der Französischen Republik) bleiben. Cartman ist in der Serie ein frecher, intoleranter und unerzogener Knabe, der Adolf Hitler als eines seiner größten Vorbilder bezeichnet.

    #parodie #presidentielles2017 #humour #france #cartman2017 #votezcartman

    Публикация от @captain_tigrou_teacher Апр 13 2017 в 11:31 PDT

     

    Die andere Figur, Dagobert Duck, oft auch als Multimillionär Onkel Scroodge bezeichnet, gibt auch sein Wort den Wählern in Frankreich. „Keine falschen Versprechen! Ich werde alles bei mir lassen!“, sagt die reiche und gierige Entengestalt.

    Moi je vote Picsou!! #picsou2017 #elections

    Публикация от Julien Trezeux (@julient84) Апр 9 2017 в 7:37 PDT

     

    Der Python Kaa aus dem Dschungelbuch deutet Medien zufolge auf die Chefin des Front National, Marine Le Pen, hin. In ihren Agitationsmaterialien wird eine blaue Rose verwendet, auf dem alternativen Plakat haben die Künstler den Python selbst blau gefärbt. „Vertraut miiiiiiir. Stimmt für miiiiiiiich“, sagt der weise Kaa.

    ​Mindestens zwei Plakate seien mit dem Skandal um François Fillon verbunden, hieß es. Die Holzfigur Pinoccio sagt auf einem Poster, dass die Sprechende Grille (Pinocchios Gefährte, in einigen Adaptionen auch Jiminy Cricket genannt), nie sein parlamentarischer Assistent gewesen sei.

    ​Zuvor war es berichtet worden, dass Fillon seine Ranking-Positionen im Zusammenhang mit dem Skandal um die Scheinbeschäftigung seiner Ehefrau Penelope hatte einbüßen müssen. Auslöser der Ermittlungen gegen Fillons Gattin war ein Bericht in der französischen Zeitung „Canard Enchaine“. Demnach soll Penelope Fillon über einen Zeitraum von 15 Jahren im Parlament als Assistentin ihres Ehemannes 830.000 Euro verdient haben. Eine Voruntersuchung geht dem Verdacht nach, dass Penelope und deren Kinder auf Kosten der Steuerzahler im Parlament beschäftigt wurden, ohne dafür zu arbeiten.

    Fillon selbst wies diese Vorwürfe zurück und betonte, seine Frau habe schon immer mit ihm gearbeitet – seit den Wahlen 1981. Der Politiker sah hinter den Medienberichten einen Versuch, ihn aus dem Wahlrennen zu schaffen.

    Auf einem anderen Plakat ist nun Aschenputtel zu sehen. „Mein Kleid und Schuhe hat mir mein Freund geschenkt“, sagt die Blonde. Damit sei auch ein weiterer Stein in den Garten von Fillon geworfen, hieß es.

    ​Laut Medien war Fillon in der Kritik gewesen, weil er Anzüge im Wert von 13.000 Euro als Geschenk von einem seiner Freunde angenommen haben soll. Unter dem öffentlichen Druck hatte er das Geschenk zurückgeben müssen.

    Die Franzosen wählen ihren neuen Präsidenten in zwei Runden. Die erste findet am 23. April und die zweite am 7. Mai statt.

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    Tags:
    Präsidentschaftswahl, François Fillon, Marine Le Pen, Frankreich