12:30 26 Januar 2020
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    Vier ehemalige Polizisten der ukrainischen Spezialeinheit Berkut haben am Donnerstag die russisch-ukrainische Grenze überquert. Dies teilte deren Rechtsanwalt, Valentin Rybin, gegenüber der Nachrichtenagentur RIA Novosti mit.

    Dem Rechtsanwalt zufolge haben die Polizisten die Grenze überquert, nachdem die Zwangsmaßnahmen gegen sie ausgelaufen waren und die vorgerichtliche Ermittlung zu Ende war.

    Für seine Mandanten sei es gefährlich, sich in der Ukraine aufzuhalten, so Rybin. Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft übe Druck auf sie aus, einige Beamte würden damit drohen, nicht  nur Mitglieder der Berkut-Einheit, sondern auch die Richter, die diese freigelassen haben, ins Gefängnis zu bringen. Deshalb hätten sich die Polizisten dafür entschieden, sich einen sicheren Aufenthaltsort zu suchen.

    Die Berkut-Mitarbeiter haben die Grenze legal unter Vorlage ihrer Pässe passiert, so Rybin. Daher dürfe man ihre Bewegung nicht als „Flucht" bezeichnen. Zurzeit würden sich Alexander Kostjuk, Wladislaw Mastega, Artjom Woilokow und Vitali Gontscharenko in Russland aufhalten.

    Im Novemner 2013 hatten Anhänger der Eurointegration der Ukraine den „Maidan Nesaleschnosti", den Kiewer Unabhängigkeitsplatz, besetzt, nachdem die Aussetzung des Assoziierungsabkommens mit der EU bekanntgegeben worden war. Der Platz wurde später Zentrum von Konfrontationen zwischen Radikalen und Sicherheitskräften. Die blutigen Auseinandersetzungen forderten mehr als 100 Todesopfer. Die neuen Behörden in Kiew gaben Ex-Präsident Viktor Janukowitsch und der Spezialeinheit „Berkut" die Schuld am Geschehen. Janukowitsch aber versicherte, er habe nicht befohlen, auf friedliche Protestteilnehmer zu schießen. Auch die Angehörigen von „Berkut" wiesen den Vorwurf zurück. 

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    Tags:
    Polizisten, Sondereinheiten, Maidan, Berkut, Russland, Ukraine