02:19 29 Juni 2017
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    Syrische Frau in Idlib (Archivfoto, 2012)

    Ex-CIA-Agent sagt, wer wirklich hinter Giftgas-Attacke in Idlib steht

    © AP Photo/ Rodrigo Abd, File
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    Nach dem jüngsten Senfgas-Angriff des Islamischen Staates (IS, auch Daesh) im Irak hat Philip Giraldi, Ex-Agent des amerikanischen Auslandsgeheimdienstes CIA, keine Zweifel mehr daran, dass die Attacke im syrischen Idlib, die westliche Politiker dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zuschreiben, von den Dschihadisten verübt wurde.

    Eine Basis der irakischen Armee war am Mittwoch vermutlich mit Senfgas angegriffen worden. Mehrere Soldaten wurden dabei verletzt. Nach Angaben des amerikanischen TV-Senders CBS standen IS-Terroristen hinter der Attacke. Auf dem Stützpunkt sollen sich auch amerikanische und australische Militärberater aufgehalten haben.

    Dieser Angriff  mache deutlich, so Giraldi am Donnerstag in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur RIA Novosti, dass auch die Attacke im syrischen Ildib auf das Konto des IS gehe. Der ehemalige CIA-Spezialist für Terrorismusbekämpfung verwies darauf, dass es vor dem Überfall in Idlib bereits mehrere ähnliche Attacken gegen habe, die von diversen Terrorgruppen begangen worden seien.

    „Die Behauptungen des Weißen Hauses, dass nur die Regierung Syriens zu dem Einsatz chemischer Waffen fähig gewesen wäre, sind falsch“, betont der Ex-CIA-Agent. Auch amerikanische Experten vermuten IS-Terroristen hinter den jüngsten Giftgas-Attacken. „Es gibt keinen Zweifel daran, dass das keine Attacke der Regierung Assads war“, sagte Professor Michael Brenner von der University of Pittsburgh.

    Syrische Oppositionskämpfer hatten in der vergangenen Woche rund 80 Tote und 200 Verletze bei einer Giftgas-Attacke in der Stadt Chan Scheichun in der nordwestlichen Provinz Idlib gemeldet und die syrischen Regierungstruppen dafür verantwortlich gemacht. Die syrische Armee wies diese Vorwürfe zurück.

    Auch westliche Toppolitiker schoben der Regierung Assad die Schuld zu, obwohl eine Ermittlung dazu ausblieb und keine Beweise präsentiert wurden. Die US-Armee griff in der Nacht zum Freitag einen Flugplatz der syrischen Armee in der Provinz Homs mit Tomahawk-Raketen an. Bei dem Angriff, der von Präsident Donald Trump als Reaktion auf die Giftgas-Attacke persönlich befohlen wurde, wurden nach Angaben der syrischen Armee zehn Soldaten getötet und mehrere Flugzeuge zerstört. Lokale Behörden berichteten auch von mehreren zivilen Todesopfern.

    Sämtliche C-Waffenvorräte der syrischen Regierung waren zwischen 2014 und 2016 unter Kontrolle der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) sichergestellt und vernichtet worden. Für die chemische Entwaffnung Syriens bekam die OPCW sogar den Nobelpreis.

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    Tags:
    Syrien, USA