15:50 20 August 2017
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    Festliche Veranstaltungen in Nordkorea anläßlich des 105. Geburtstages von Staatsgründer Kim Il-sung

    „Krieg? Nichts davon gehört“: Wie sich Nordkorea auf Atomkrieg mit USA vorbereitet

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    Die Verschärfung der Lage um das Atomprogramm Nordkoreas hat die Stimmung im Lande nicht beeinflusst. Dies geht aus den Erlebnissen eines Korrespondenten von Sputnik Korea hervor, der den Veranstaltungen anlässlich des 105. Geburtstages von Staatsgründer Kim Il-sung beiwohnte. Die Nordkoreanische Hauptstadt lebt offenbar ihr ganz normales Leben.

    Die koreanische Halbinsel stehe vor einem neuen blutigen Krieg, bei dem Hunderttausende oder sogar Millionen Menschen zum Opfer werden könnten. Die USA zögen strategische Waffen in der Region zusammen und würden einen Präventivschlag gegen Nordkorea erwägen. Dieses drohe, alles rund herum in ein Feuermeer zu verwandeln. Ein Zusammenstoß sei unvermeidlich, und ein Funke könne jederzeit überspringen.

    Annähernd so wird die Situation in den europäischen, US-amerikanischen und asiatischen Mainstream-Medien beschrieben. Der einzige Ort, der von dieser Panik nicht betroffen ist, bleibt paradoxerweise Nordkorea selbst.

    Aprikosenbäume in Pjöngjang
    © Sputnik/ Andrey Olfert
    Aprikosenbäume in Pjöngjang

    Der Hauptgrund besteht wahrscheinlich darin, dass die nordkoreanischen Medien die Nerven ihres Volkes schonen und die ohnehin schwierige Lage nicht verschärfen wollen. Außerdem begeht das ganze Land in diesen Tagen das wichtigste Fest, den Sonnentag, und die Staatsführung hält es höchstwahrscheinlich für unzweckmäßig, die Bevölkerung auf die Behandlung des Problems umzuschalten, dessen Lösung ohnehin lediglich von Diplomaten abhängt.

    Festliche Veranstaltungen in Nordkorea anläßlich des 105. Geburtstages von Staatsgründer Kim Il-sung
    © Sputnik/ Andrey Olfert
    Festliche Veranstaltungen in Nordkorea anläßlich des 105. Geburtstages von Staatsgründer Kim Il-sung

     

    Andererseits sind die einfachen Koreaner offenbar davon überzeugt, dass das Land tatsächlich über zuverlässige Mittel der nuklearen Abschreckung verfügt und es zu keinem Krieg kommen kann. Und wenn doch, werde dieser so verheerend sein, dass es sowieso fast keine Überlebenschance geben werde. Daher habe es keinen Sinn, sich darüber Gedanken zu machen.

    Pjöngjang hat nichts vom Krieg gehört
    © Sputnik/ Andrey Olfert
    Pjöngjang hat nichts vom Krieg gehört

    Die Menschen eilen also wie gewöhnlich zur Arbeit, kehren nach Hause zurück, stehen Schlange, wenn sie auf Stadtverkehrsmittel warten, gehen mit ihren Kindern spazieren, probieren ihre Festauftritte, plaudern mit ihren Freunden auf dem Weg zur Hochschule, fahren ins Grüne und genießen das gute Wetter, das endlich nach Pjöngjang gezogen ist.

    • Kinder in Pjöngjang
      Kinder in Pjöngjang
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    • Pjöngjang hat nichts vom Krieg gehört
      Pjöngjang hat nichts vom Krieg gehört
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    • Auf den Straßen von Pjöngjang
      Auf den Straßen von Pjöngjang
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    • Pjöngjang hat nichts vom Krieg gehört
      Pjöngjang hat nichts vom Krieg gehört
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    • Auf den Straßen von Pjöngjang
      Auf den Straßen von Pjöngjang
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    • Pjöngjang lebt sein ganz normales Leben
      Pjöngjang lebt sein ganz normales Leben
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    • Pjöngjang lebt sein ganz normales Leben
      Pjöngjang lebt sein ganz normales Leben
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    • Festliche Veranstaltungen in Nordkorea anläßlich des 105. Geburtstages von Staatsgründer Kim Il-sung
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    • Pjöngjang
      Pjöngjang
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    • Eine Schule in Pjöngjang
      Eine Schule in Pjöngjang
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    • Pjöngjang hat nichts vom Krieg gehört
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      Pjöngjang hat nichts vom Krieg gehört
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    Kinder in Pjöngjang

    Ein einziges Merkmal der Bereitschaft, „die amerikanischen Imperialisten vom Antlitz der Erde auszulöschen", sind die überall hängenden Plakate mit entsprechenden Losungen. Allerdings dominieren sie nicht, und die Zahl der Aufrufe, das Lebensniveau entsprechend den vom siebten Parteitag gestellten Aufgaben drastisch zu erhöhen, ist womöglich noch größer geworden.

    Nordkorea
    © Sputnik/ Andrey Olfert
    Nordkorea

    Selbst die „furchterregendste" Veranstaltung in Pjöngjang, die Militärparade, sieht in Wirklichkeit zwar beeindruckend aus, jedoch nicht so abschreckend, wie es auf dem Bildschirm scheint. Die nordkoreanischen „Kommandos", die mit Tarnschminke auf ihren Gesichtern brav über dem Kim Il-sung-Platz marschiert waren, gingen eine halbe Stunde später entspannt nach Hause.

    Nordkoreanische Kommandos nach der Militärparade
    © Sputnik/ Andrey Olfert
    Nordkoreanische "Kommandos" nach der Militärparade

    Eine weitere Stunde später blieben auf dem Platz nur noch einzelne Gruppen, die Müll und die  Tribühne entfernten. Pjöngjang kehrte zu seinem üblichen Lebensrhythmus zurück, in dem militärische Angelegenheiten bei weitem nicht an der ersten Stelle stehen.

     

    Kim Il-sung-Platz nach der Militärparade
    © Sputnik/ Andrey Olfert
    Kim Il-sung-Platz nach der Militärparade

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    Tags:
    Vorbereitung, Krieg, Nordkorea
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