10:56 28 Juli 2017
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    BvB-Bus nach der Explosion

    BVB-Anschlag: Attentäter-Spur führt nach Baden-Württemberg

    © AP Photo/ Martin Meissner
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    Der mutmaßliche Täter des Sprengstoffanschlages auf den Mannschaftsbus des BVB Dortmund kommt laut dpa aus Freudenstadt.

    Das Ziel des 28-jährigen Tatverdächtigen Sergej W. soll gewesen sein, die BVB-Aktie zum Absturz zu bringen, um davon zu profitieren. Kurz vor seiner Tat soll er entsprechende Börsengeschäfte getätigt haben.

    „Der Beschuldigte erwarb am 11. April 2017 15.000 Verkaufsoptionen (sogenannte Put-Optionen) in Bezug auf die Aktie von Borussia Dortmund. Die Papiere haben eine Laufzeit bis zum 17. Juni 2017. Der Kauf der Optionen erfolgte über die IP-Adresse des Hotels L'Arrivée. Die Optionsscheine finanzierte Sergej. W über einen am 3. April 2017 aufgenommenen Verbraucherkredit“, teilte der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof (GBA) am Freitagvormittag mit.

    Wie erklärt wird, berechtigen Put-Optionen ihren Inhaber, innerhalb eines spezifischen Zeitraums eine festgelegte Menge an Wertpapieren zu einem im Voraus bestimmten Preis zu verkaufen. Der Käufer der sogenannten Put-Optionen spekuliert demnach auf fallende Kurse.

    Bei einem massiven Absturz der BVB-Aktie, beispielsweise dann, wenn in Folge des Anschlags Spieler schwer verletzt oder sogar getötet worden wären, hätte der Gewinn ein Vielfaches des Einsatzes betragen.

    Wie die Zeitung „Schwarzwälder Bote“ berichtet, wurde der Tatverdächtige am Freitagmorgen auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz in Tübingen festgesetzt.

    Die Polizei und Feuerwehr sowie der Freudenstädter Oberbürgermeister Julian Osswald waren demnach später vor dem Haus in der 25.000-Einwohner-Stadt zusammengekommen, wo W. wohnen soll. In dem Mehrparteienhaus befinden sich offenbar auch eine Anwaltskanzlei und eine Autovermietung.

    Wie die Zeitung ferner berichtet, soll der 28-Jährige „technisch versiert“ sein. Im Juli 2015 vergab die Heinrich-Schickardt-Schule in Freudenstadt laut dem Blatt 44 Prozent der 88 frischgebackenen Facharbeiter und Gesellen aus 13 Berufen Auszeichnungen in Form eines Preises oder einer Belobigung. W. wurde ein Schulpreis für Elektronik verliehen.

    Laut der „Bild“-Zeitung soll außerdem der Wagen, mit dem der Sprengsatz nach Dortmund transportiert worden sei, in Freudenstadt angemietet worden.

    Nach Angaben der dpa gab es im Zuge der Festnahme Durchsuchungen in Rottenburg, Tübingen und Haiterbach. Laut dem GBA sind mehrere hundert Beamte des Bundeskriminalamtes sowie der nordrhein-westfälischen und der baden-württembergischen Polizei an den Ermittlungen beteiligt. 

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    Tags:
    Ermittlungen, Anschlag, Borussia Dortmund, Freudenstadt, Baden-Württemberg, Deutschland
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