23:11 21 Juli 2018
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    Scharfschützin Ljudmila Pawlitschenko

    Alte Bilder in neuem Glanz – Scharfschützinnen an der Front

    © Foto: Color by Klimbim
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    Die Moskauer Fotografin Olga Schirina haucht alten Schwarz-weiß-Bildern neues Leben ein: Sie bemalt sie. Viele der Bilder auf ihrem Flickr-Account wurden im Großen Vaterländischen Krieg gemacht. Sputnik veröffentlicht die Aufnahmen mit Zustimmung der Autorin.

    Scharschützin Nadeschda Kolesnikowa
    Scharschützin Nadeschda Kolesnikowa

    Die Heldinnen der Bilder sind Kundschafterinnen, Pilotinnen, Krankenschwestern und Scharfschützerinnen, die jeden Feind dazu bringen konnten, dass es ihm eiskalt den Rücken runterläuft.

    Scharfschützin Ljudmila Pawlitschenko
    Scharfschützin Ljudmila Pawlitschenko

    Eine der berühmtesten Scharfschützinnen in der Weltgeschichte ist Ljudmila Pawlitschenko. Mehr als 300 Angreifer hat sie erschossen. US-Journalisten nannten sie „Lady Death“. Diesen unheilvollen Namen erhielt die nett lächelnde junge Frau aber sicherlich zu Unrecht, denn in ihrem Kampf gegen die Faschisten rettete sie Leben, statt Tod und Verwüstung zu stiften.

    Als gebürtige Belowa verbrachte Ljudmila ihre Kindheit im Kiewer Gouvernement. Nach der Schule arbeitete sie als Schleiferin. Mit 16 Jahren heiratete sie und brachte einen Sohn zur Welt. Bald darauf zerfiel die Ehe.

    Scharfschützin Ljudmila Pawlitschenko
    Scharfschützin Ljudmila Pawlitschenko

    1937 nahm Ljudmila ein Geschichtsstudium auf. Parallel dazu war sie aktive Sportschützin. Dieses Können war ihr bald sehr viel nützlicher als das Uniwissen.

    Scharfschützin Ljudmila Pawlitschenko
    Scharfschützin Ljudmila Pawlitschenko

    Als der Krieg ausbrach, ging Ljudmila ohne zu zögern freiwillig an die Front. Den ersten Angreifer erschoss sie bei Odessa aus einem Tokarew SWT-40-Gewehr. Nach nur zweieinhalb Monaten waren es bereits 187 tote Feinde. Im Dezember 1941 wurde sie nach Sewastopol geschickt, wo sie weitere acht Monate kämpfte. Im Juni 1942, ein Jahr nach Kriegsbeginn, hatte sie bereits 309 feindliche Soldaten erschossen, darunter 36 Scharfschützen.

    Insgesamt dienten in den Sowjettruppen während des Krieges 2.000 Scharfschützinnen. Nur ein Viertel von ihnen überlebte den Krieg.

    Zentrale Frauenschule für Scharfschützenausbildung
    Zentrale Frauenschule für Scharfschützenausbildung

    Unter jenen, die das Kriegsende nicht mehr miterlebten, war auch Rosa Schanina.

    Sie wurde in einer bäuerlichen Familie im Gouvernement Wologda geboren. 1938 ging sie nach Archangelsk im Norden Russlands, um Pädagogik zu studieren.

    Scharfschützin Rosa Schanina
    Scharfschützin Rosa Schanina

    Vom dritten Studienjahr an arbeitete sie als Erzieherin. Im Juni 1943 aber absolvierte sie die Grundausbildung beim Militär und ging zur Scharfschützen-Schule.

    Im April 1944 kam Rosa an die Front. Nach drei Tagen tötete sie ihren ersten Feind, was sie emotional stark erschütterte. An den Kämpfen beteiligte sie sich weniger als ein Jahr: Am 28. Januar 1945 starb sie bei der Ostpreußen-Offensive. Mit ihren 20 Jahren tötete Rosa mindesten 59 Hitler-Soldaten.

    Scharfschützin Rosa Schanina
    Scharfschützin Rosa Schanina

     

    Bei weitem nicht über jede Scharfschützin ist so viel bekannt wie über Ljudmila und Rosa.

    Scharfschützin Ljubow Makarowa
    Scharfschützin Ljubow Makarowa

    Über Ljubow Makarowa aus Perm etwa wissen wir nur, dass sie 84 Feinde eliminiert hatte und bis nach Berlin gekommen war. Außerdem ist bekannt, dass sie mit mehreren Orden ausgezeichnet wurde.

     

    Nina Slonowa aus Ossetien kämpfte bis zum Kriegsende und tötete 124 Hitler-Soldaten.

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    Tags:
    Archiv, Foto, Scharfschützin, Zweiter Weltkrieg, Sowjetunion
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