12:20 16 Dezember 2019
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    Straßenarbeiten (Symbolfoto)

    „Durchgeknallter“ als der BER-Flughafen: Zwölf Jahre für zwei Kilometer Straße

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    Berlin-Neukölln: Die Karl-Marx-Straße wird seit 2010 mit einem Tempo von 167 Metern pro Jahr erneuert, berichtet die „Berliner Zeitung“. Mit so einem Schneckentempo wird die Straße erst 2021 fertig werden.

    Auf eine Anfrage des Blatts erklärte das Büro der Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey, dass die langen Arbeiten auf mehrere Schwierigkeiten zurückzuführen seien. Demnach muss der U-Bahn-Tunnel unter der Straße neu abgedichtet  und „diverse Wasser-, Strom- und Gasleitungen“ verlegt werden. Danach müssten die Leitungen der Telekom und von Vattenfall  erneuert werden.

    „Die Erklärungsversuche aus dem Büro der Bürgermeisterin erinnern mich an den Umbau der Invalidenstraße, der sich ebenfalls ewig hinzog. Irgendwann stellte sich heraus, dass die beteiligten Firmen, also BVG, Wasserbetriebe, Vattenfall, Telekom usw., wahllos nebeneinanderher buddelten. Der damalige Bausenator und heutige Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) musste eingestehen, dass es gar keine Baustellenkoordination gab“, schreibt der BZ-Korrespondent Gunnar Schupelius.

    ​In der Karl-Marx-Straße würde nun aber angeblich alles  anders verlaufen: Dort würden nämlich „alle Leistungen der verschiedenen Gewerke innerhalb eines Bauablaufplanes koordiniert und, wann immer möglich, parallel eingetaktet, um die Gesamtbauzeit zu optimieren“, wobei auch „Synergieeffekte“ zum Einsatz kämen.

    „Diese Synergieeffekte scheinen sich in Grenzen zu halten. Und auch zum Bauablaufplan, der die Gesamtbauzeit optimieren soll, hätte ich noch Fragen. Denn die Gesamtbauzeit wird nicht optimiert, sondern auf zwölf Jahre in die Länge gezogen“, so Schupelius. „Es kann mir niemand erzählen, dass man für zwei Kilometer Straße zwölf Jahre braucht. Das ist absurd und völlig durchgeknallt.“

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