03:33 17 August 2018
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    Proteste zum 1. Mai in Berlin Kreuzberg

    „Weitgehend friedlicher“ 1. Mai: Steinwerfer und dumpfe Gewalt in Berlin - REPORTAGE

    © Sputnik / Ilona Pfeffer
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    Trotz Übergriffen und Flaschen, Böllern und Feuerwerkskörpern, die in die Menge geworfen wurden, zeigt sich die Berliner Polizei zufrieden mit dem weitgehend friedlichen Verlauf des 1. Mai. Sputnik war vor Ort.

    Der 1. Mai in Berlin-Kreuzberg weckt Erinnerungen: brennende Autos, eingeschmissene Schaufensterscheiben, Straßenschlachten zwischen linksautonomen Jugendlichen und der Polizei. 2017 haben sich die Krawalle in Berlin-Kreuzberg zum 30. Mal gejährt und mit Spannung hatten Teilnehmer, Anwohner und die Polizei auf die anstehenden Demonstrationen geblickt. Viele waren sich sicher: Knallen wird es, die Frage ist nur, wann und wo. Da verwundert es nicht, dass die Polizei mit 5400 Beamten im Einsatz war. Demgegenüber sollen es etwa 8000 Menschen gewesen sein, die an der „Revolutionärer 1. Mai Demonstration teilgenommen haben.

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    Proteste zum 1. Mai in Berlin Kreuzberg

    Sputnik-Korrespondenten haben die Demonstration begleitet. Der Zug wurde vom Schwarzen Block der Antifa angeführt, gefolgt von diversen anderen Gruppierungen und Vereinen. Viele unterschiedliche Plakate und Fahnen waren zu sehen, die politischen Botschaften sprachen von Frieden, Klassenkampf, Solidarität und Respekt gegenüber politisch Verfolgten. Immer wieder war lauter Knall zu hören – laut der Polizei sollen Böller und Feuerwerkskörper gezündet worden sein, teilweise mitten in der Menge. 

    Doch die Rauchschwaden, die über Kreuzberg hingen, stammten vor Allem von den zahlreichen Grillständen, die findige Imbissbudenbesitzer entlang der Route aufgebaut hatten – „Keine Revolution auf nüchternen Magen“, wie einer der Klassiker unter den Bannern zum 1. Mai besagt. 

    Polizei setzt auf Deeskalation

    Die Hundertschaften der Polizei waren im Verlauf der Demonstration immer sichtbar präsent und rahmten den Zug von allen Seiten ein. An kritischen Standorten, wie dem Kottbusser Tor, waren weniger Beamte zu sehen, als noch im Vorjahr. Trotz der Rangeleien und Tumulte, sowie verbaler und körperlicher Angriffe auf die Beamten, schien die Polizei auf Deeskalation statt auf hartes Durchgreifen zu setzen. 72 Randalierer sollen nach Angaben des Innensenators Andreas Geisel vorläufig festgenommen worden sein, verletzt seien 32 Polizeibeamte. 

    Reporterarbeit vor Ort schwierig

    Obwohl die meisten Teilnehmer des MyFest, das mit acht Bühnen und einem bunt gemischten Programm für Stimmung sorgte, sowie der beiden Großdemonstrationen eher zum Feiern gekommen zu sein schienen, als um gewaltsam zu randalieren, gestaltete sich die Arbeit für unsere Korrespondenten vor Ort schwierig. Es ist kein Geheimnis, dass Angehörige der Antifa und anderer linker Gruppierungen nur ungern fotografiert und gefilmt werden. Von größeren Übergriffen sind unsere Korrespondenten verschont geblieben, doch auch in ihre Richtung sind einige gestreckte Mittelfinger, verbale Anfeindungen und Wurfgeschosse gegangen.

    Kritik von Seiten der Politik

    Trotz der Tatsache, dass die Proteste im Großen und Ganzen friedlich verlaufen sind und die Polizei sich zufrieden gezeigt hat, gibt es auch Kritik. Laut dpa-Angaben fordert die Berliner CDU strafrechtliche Konsequenzen für die festgenommenen Randalierer und die Organisatoren der Demonstrationen. Diese waren nämlich nicht ordnungsgemäß angemeldet worden, die Berliner Polizei hatte sie dennoch zugelassen.  «Das war strafbar, was die Organisatoren angeht. Ich erwarte, dass diejenigen, die dingfest gemacht worden sind, eine strafrechtliche Sanktionierung erfahren» wird der verfassungspolitische Sprecher der CDU, Stephan Lenz, zitiert. 

    Innensenator Geisel (SPD) hielt bei der Pressekonferenz zum 1. Mai am Dienstag daran fest, dass es richtig gewesen sei, die Demonstrationen zuzulassen und zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf. Dennoch seien jetzt Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz eingeleitet worden. Viele Berliner hätten keine Lust mehr auf Steinewerfer und dumpfe Gewalt.


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    Tags:
    Krawalle, 1. Mai, Demonstration, Antifa, Polizei, CDU, SPD, Stephan Lenz, Andreas Geisel, Friedrichshain-Kreuzberg, Berlin
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