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09:20 19 Oktober 2019
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    Emmanuel Macron gegen Marine Le Pen

    Le Pen und Macron ringen um Arbeiterklasse – Financial Times

    © REUTERS / Christian Hartmann
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    Präsidentschaftswahlkampf in Frankreich 2017 (131)
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    Eine Woche vor der Präsidenten-Stichwahl in Frankreich bemühen sich Emmanuel Macron und Marine Le Pen aktiv um Unterstützung durch die Arbeiter, schreibt die Zeitung „The Financial Times“. Mehr Erfolg dabei hat offenbar Le Pen, die den Stichwahlkampf als Konfrontation zwischen den Arbeitern und der Elite darstellt.

    Während am 1. Mai landesweit für die Rechte der Arbeiter demonstriert worden sei, habe Marine Le Pen ihren Rivalen Emmanuel Macron als „Feind des Volkes" attackiert, der Finanzmonopol und „schonungslose Globalisierung" repräsentiere, schreibt die Zeitung.

    Unter den Demonstranten habe es auch solche Vertreter der Gewerkschaften gegeben, die sich geweigert hätten, Macron im Kampf gegen Le Pen zu unterstützen. Dabei sei es in Paris zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen, als einige Protestierende Molotow-Cocktails auf Polizisten geworfen und mindestens drei Beamte verletzt hätten.

    Le Pen wolle die Spaltung der Linken ausnutzen — deshalb habe sie ihren Wettstreit mit Macron, der einst als Investmentbanker bei Rothschild & Co tätig gewesen sei, als Konfrontation zwischen der Elite und den gewöhnlichen Arbeitern dargestellt, so die „The Financial Times". Bei ihrem Auftritt vor den Demonstrierenden am Montag fragte Le Pen, ob diese wirklich für Macron stimmen würden, dem sie vorwarf, die Rechte der traditionellen Arbeitsplätze untergraben und verschiedene Bevölkerungsgruppen gegeneinander ausspielen zu wollen.

    In der vergangenen Woche habe Marine Le Pen ihren Rivalen im Präsidentschaftswahlkampf mehrmals in eine defensive Haltung getrieben, besonders als sie ihn beim Besuch einer Whirlpool-Fabrik im Norden Frankreichs überholt habe, wo die Arbeiter gegen die Verlegung des Betriebes nach Polen protestiert haben. In ihrer Rede am frühen Morgen versprach Le Pen neue Handelshürden einzuführen, um die einheimischen Arbeitnehmer zu schützen. Macron sei erst am Nachmittag zu den Streikenden gekommen, wobei die wütenden Arbeiter ihn ausgepfiffen hätten, hieß es.

    Laut den jüngsten Umfragen liegt Macron deutlich vor Le Pen. Gegenwärtig würde er rund 60 Prozent der Stimmen holen. Allerdings wollen nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts Ifop 55 Prozent der französischen Handarbeiter im zweiten Wahlgang für Le Pen stimmen.

    Deshalb würden Macrons Anhänger befürchten, dass eine niedrige Wahlbeteiligung oder ein ernsthafter Fauxpas ihres Favoriten die Lage ändern könnte. „Sollte Le Pen eine starke Unterstützung bekommen, wird das Macrons Positionen bei den Parlamentswahlen schwächen und das Regieren des Landes zukünftig erschweren", schreibt die Zeitung.

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