18:40 08 April 2020
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    Die Atombombenversuche Nordkoreas können einen Ausbruch des Vulkans Mount Paektu an der nordkoreanisch-chinesischen Grenze verursachen. Zu diesem Schluss gelangte der amerikanische Oberanalytiker für Verteidigungsfragen der Rand Corporation, Bruce Bennett, wie der US-TV-Sender CNN am Dienstag berichtet.

    Der Experte sagte demnach, dass in dem Fall, „sollte Nordkorea etwas ausreichend Großes testen“, ein Ausbruch des Mount Paektu provoziert werden könnte. „Dieser Ausbruch kann riesig sein“, betonte er, „und zum Tode Tausender, wenn nicht sogar Zigtausender Bewohner Chinas und Nordkoreas führen. Wir wissen nicht, ob ihn ein starker Atombombentest provozieren kann, aber es ist möglich.“ Er ergänzte, dass die Chinesen seit vielen Jahren befürchteten, dass Nordkoreas Aktivitäten zu einem Vulkanausbruch führen könnten.

    Wie die Lektorin für Geografie und Umweltgefahren Dr. Amy Donovan vom King's College London erläutert, kann ein Atomwaffentest mit einer Zehn-Kilotonnen-Bombe, wie ihn Nordkorea zum Beispiel im September 2016 durchführte, noch keinen Vulkanausbruch bewirken. Dies sei aber durchaus möglich, sollte die Atombomben-Explosion ein Äquivalent von 50 bis 100 Kilotonnen Trotyl erreichen, was laut Bennet zu ernsthaften Zerstörungen führen kann.

    Die Vulkanologin Dr. Kayla Iacovino von der Arizona State University (USA) bekräftigt, dass Atomwaffenteste Vulkanausbrüche verursachen könnten. Allerdings räumte sie ein, die Vulkanologie sei „eine junge Wissenschaft, und die Forscher wissen nicht genug über die Ursachen von Vulkanausbrüchen, um zu behaupten, dass dies möglich sei“, ergänzte sie.

    Die Spannung um die Korea-Halbinsel hat sich besonders in den letzten Monaten zugespitzt. Nordkorea hatte im vorigen Jahr zwei Atomtests und mehr als 20 Starts ballistischer Raketen verschiedener Typen durchgeführt. Nach den jüngsten Angaben aus dem Weltraum ist derzeit im Land alles für einen neuen Test im Nordosten von Nordkorea bereit.

    Die USA erklärten, dass sie eine militärische Variante des Vorgehens gegen Pjöngjang nicht ausschließen, aber beabsichtigen, sich auf die Ausübung von ökonomischem Druck auf das Land mit Hilfe von Sanktionen zu konzentrieren.

    Nordkorea hatte zuvor „beschleunigte Maßnahmen zur Aufstockung seiner Kräfte zur nuklearen Eindämmung“ als Reaktion auf den Abschluss der Übungen Washingtons und Seouls, aber ebenso als Reaktion auf die Entsendung einer US-Flugzeugträger-Schiffsgruppe in den Raum der Korea-Halbinsel bekannt gegeben.

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    Tags:
    Experte, Atomwaffentest, Vulkanausbruch, Nordkorea