SNA Radio
    Taliban-Terroristen in Afghanistan (Archivbild)

    Afghanistan: Taliban startet erweiterte Frühlingsoffensive

    © AFP 2019 / Noorullah Shirzada
    Panorama
    Zum Kurzlink
    1812

    Die Taliban haben Ende April ihre fast schon traditionelle „Frühlingsoffensive“ angekündigt und Zivilisten dazu aufgerufen, sich weiter von Militärstützpunkten fernzuhalten, wie die russische Zeitung „Iswestija“ unter Berufung auf mit der Lage vor Ort vertraute Quellen schreibt.

    US-Marineinfanteristen
    © Foto : US Marine Corps / Sgt. Mark Fayloga
    Demnach soll die „Kampfsaison“ auch noch durch „politische Bemühungen“ ergänzt werden, beispielsweise dem sogenannten „Staatsbau“. Die Einsätze der Radikalen sollen demnach aus Truppenattacken, Partisanendiversionen und Terroranschlägen bestehen. Wie der Pressesprecher der Taliban, Zabiullah Mujahid, sagte, kontrolliert die Bewegung derzeit mehr als die Hälfte aller afghanischen Territorien. Dabei verwies der Sprecher auf einen US-Vortrag, gemäß dem die Taliban über 52 Prozent Afghanistans überwache. Laut den „Iswestija“-Quellen wird die Taliban nicht nur militärische Kampfmethoden einsetzen: Die Bewegung wolle auch eigene parallele Staatsorgane errichten.  

    Falls Kabul Russland um Hilfe bitten sollte, so das Blatt weiter, werde Moskau diese Frage im Rahmen des UN-Sicherheitsrates erörtern, sagte der russische Außenpolitiker Wladimir Dschabarow gegenüber der Zeitung. „Die Taliban-,Frühlingsoffensiveʻ bedroht Russland nicht direkt. Aufgabe Moskaus ist es, die Extremisten nicht zu unseren südlichen Grenzen vordringen zu lassen. Die USA führen derweil eine Kampagne in Afghanistan, das sind also ihre Fragen“, sagte er.

    „Washington hat die Probleme Afghanistans nicht lösen können, obwohl es dies versprach. Wir werden mit Rücksicht auf die Position der internationalen Gesellschaft agieren, und wie immer nur im Rahmen des internationalen Rechts“, so Dschabarow.

    Die sogenannte „Frühlingsoffensive“ der Taliban müsse man, so der russische Militärexperten Wladimir Ewsejew, erst einmal beobachten.

    „Moskau kann ruhig reagieren, muss aber Konsequenzen ziehen“, sagte er.

    Er verwies darauf, dass es auf dem afghanischen Territorium auch weitere radikale Gruppen gebe, wie zum Beispiel die Terrormiliz Daesh (Islamischer Staat, auch IS).

    Eine große Gruppe der Extremisten in Uniform der afghanischen Armee hatte am 21. April den Stützpunkt in der Provinz Balch im Norden Afghanistans überfallen. Das „Wall Street Journal“ berichtete unter Berufung auf afghanische Behörden, dass dabei mindestens 170 Soldaten getötet wurden. Zum Überfall bekannte sich die radikalislamische Bewegung Taliban.

    Die Lage in Afghanistan hatte sich in den letzten Monaten verschlechtert. Im Land sind nicht nur die Radikalen der Taliban-Bewegung, sondern auch noch IS-Kämpfer aktiv. Laut Angaben der UN-Mission in Afghanistan sind 11.418 Zivilisten getötet bzw. verletzt worden. Im letzten Jahr sollen etwa 7000 afghanische Militärs und Polizisten ums Leben gekommen sein.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Terroristen, Terroranschläge, Kämpfe, Terrormiliz Daesh, Taliban, Russland, USA, Afghanistan