23:38 09 April 2020
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    Die von einem ukrainischen Facebook-Account geposteten Fotos von Matrjoschka-Puppen mit dem Abbild des russischen Präsidenten Wladimir Putin haben bei den Ukrainern empörte Reaktionen ausgelöst.

    „Kiew bereitet sich auf den Eurovision Songcontest vor. Auf Chreschtschatik sind Souvenir-Führerscheine von Putin aufgetaucht. Sie liegen neben den Souvenirs des ,Rechten Sektorsʻ. Auf dem Andreassteig sind die Matrjoschka-Puppen nicht besser. Übrigens beträgt der Matrjoschka-Preis für Ausländer 850 Griwna (mehr als 29 Euro) und für die Ukrainer 450 Griwna (ca. 15,5 Euro)“, heißt es in dem Beitrag des ukrainischen Facebook-Accounts „Das ist Kiew, Baby“.

    In den Kommentaren dazu herrscht Empörung. Die Facebook-Nutzer sind nicht damit einverstanden, dass in der ukrainischen Hauptstadt irgendwelche Souvenirs mit dem Abbild des Präsidenten eines „Aggressorlandes“ verkauft werden, wie Russland seit dem Maidan-Umsturz 2014 in der Ukraine genannt wird.

    Ende April hatte der Chef der nationalistischen Partei „Bratstwo“ (zu Deutsch: „Brüderschaft“), Dmitri Kortschinski, erklärt, dass jedes Wort auf Russisch eine Kugel ins Herz der Ukraine sei, selbst wenn dieses zur Unterstützung des Landes gesagt worden sei.

    Die Beziehungen zwischen Moskau und Kiew hatten sich 2014 angesichts der Wiedervereinigung der Krim mit Russland verschlechtert. Im Osten der Ukraine schwelt seit rund drei Jahren ein militärischer Konflikt. Die ukrainische Regierung hatte im April 2014 Truppen zu einem sogenannten Anti-Terror-Einsatz in die östlichen Kohlefördergebiete Donezk und Lugansk geschickt, nachdem diese den nationalistischen Staatsstreich vom Februar 2014 in Kiew nicht anerkannt und unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten. Das ukrainische Parlament hatte Anfang 2015 eine Erklärung beschlossen, in der Russland ein „Aggressorland“ genannt wird, das sich in die Angelegenheiten der Ukraine einmische und eine Konfliktseite im Krisengebiet Donbass darstelle. Das russische Außenministerium wies diese Behauptungen als „öffentliche und unbewiesene Zwecklügen“ zurück.

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    Tags:
    Aggressor, Souvenirs, Facebook, Wladimir Putin, Kiew, Russland, Ukraine