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    ESC in Kiew: Ukraine verweigert russischen Reportern Einreise – trotz Akkreditierung

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    Die Ukraine wird sämtlichen russischen Journalisten, die die Teilrepublik Krim besucht hatten, die Einreise verweigern, auch wenn sie im Land akkreditiert sind. Dies teilte der Abgeordnete des ukrainischen Parlaments und Berater des Innenministers, Anton Geraschtschenko, mit.

    „Kein russischer Journalist, der in Kiew akkreditiert ist und dabei die ukrainische Staatsgrenze beim illegalen Besuch der ukrainischen Krim früher verletzte, wird auf das Territorium unseres Landes eingelassen werden", schrieb Geraschtschenko in seinem Facebook-Profil.

    Am Samstag hatte der Direktor des Fotodienstes der russischen Media-Holding Rossiya Segodnya, Alexander Schtol, bekanntgegeben, dass die Ukraine dem zum Eurovision Song Contest (ESC) akkreditierten Bildreporter Ramil Sitdikow die Einreise verweigert. Seine Entscheidung begründete der ukrainische Grenzschutz damit, dass Sitdikow das „Ziel seines Aufenthalts in der Ukraine nicht ausreichend genug belegen konnte".

    Sitdikow habe die Belege seines „illegalen Aufenthaltes auf dem Territorium der ukrainischen Krim" den ukrainischen Grenzschützern und dem Zentrum „Mirotworez" selbst bereitgestellt und „sich dokumentiert", so Geraschtschenko.

    Im Mai 2016 hatte die von Geraschtschenko betriebene Webseite „Mirotworez" (zu Deutsch „Friedensstifter") eine Liste mit Kontaktdaten von über 4.000 in- und ausländischen Journalisten veröffentlicht, die im Donbass akkreditiert waren. Die Publikation wurde vom russischen Außenministerium, der EU, der OSZE und dem US-Außenministerium scharf verurteilt.

    Die ukrainischen Behörden hatten mehrmals den Journalisten von Rossiya Segodnya die Einreise ins Land verweigert. Im April 2014 wurde der Bildreporter Aleksej Kudenko, der eine Dienstreise nach Ost-Ukraine hatte, im Flughafen Donezk von den ukrainischen Grenzschützern angehalten und zwangsläufig mit einem Rückflug nach Russland ausgewiesen.

    An demselben Tag ließ die ukrainische Grenzbehörde den Reporter von RIA Novosti Andrej Malyschkin aus dem Zug Moskau — Lugansk aussteigen. Ihm wurde die Einreise wegen angeblichen Mangels an Geldmitteln verweigert, die für den Aufenthalt in der Ukraine ausreichend sein sollten.

    Der 62. Internationale ESC-Wettbewerb wird am Sonntag (07.05) in der Hauptstadt Kiew eröffnet. Die Halbfinale finden am 9. und 11. Mai statt. Das Finale wird am 13. Mai ausgetragen. An dem Wettbewerb nehmen 42 Länder teil. Russland bleibt in diesem Jahr fern, weil der Sängerin Julia Samoilowa die Einreise ebenfalls verweigert wurde, weil sie zuvor auf der Krim aufgetreten war.

    Die European Broadcasting Union (EBU) schlug Russland vor, Samoilowa live aus Moskau zuzuschalten oder einen anderen Bewerber zu bestimmen. Der TV-Sender Erster Kanal lehnte den Vorschlag ab und untersagte die Übertragung des Wettbewerbs in Russland.

    Die Krim war nach einem Referendum von März 2014 Teil der Russischen Föderation, nachdem die Krim-Bewohner per Referendum den gewaltsamen Machtwechsel im Februar 2014 in Kiew als illegal abgelehnt hatten. Damals sprach sich die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung der Halbinsel (96,77 Prozent der Wahlbeteiligten in der Krim und 95,6 Prozent in der Stadt Sewastopol) für die Wiedervereinigung mit Russland aus.

     

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    Tags:
    Einreise, Journalisten, Eurovision Song Contest, Anton Geraschtschenko, Krim, Russland, Ukraine