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10:06 16 Juli 2019
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    Veteranen bei Moskauer Siegesparade 2017

    Besser in Frieden frieren, als in Kriegshölle brennen

    © Sputnik / Peggy Lohse
    Panorama
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    Der 9. Mai 2017 ist wohl einer der kältesten Tage des Sieges in der Geschichte der russischen Hauptstadt. Trotzdem haben sich Veteranen und ihre Angehörigen sowie die Regierung Russlands auf dem Roten Platz eingefunden.

    Es ist bedeckt. Die Wolkendecke über der Stadt ist in diesem Jahr so dick, dass es sich nicht lohnte, sie zu vertreiben. Aber immerhin gab es weder Schnee noch Regen. Die Tribünen auf dem Roten Platz, vor Kreml und Lenin-Mausoleum, gegenüber des GUM-Kaufhauses, füllen sich bereits eine Stunde vor Paradebeginn.

    Veteranen in Uniform mit Orden. Ihre Familien, Nachfahren und Liebsten — sie alle dürfen sich über kleine Geschenke auf ihren Sitzen freuen. Außerdem werden Regenjacken verteilt. Es ist der große Feiertag der Veteranen des Zweiten Weltkrieges: Sie schreiten — obwohl es aufgrund des respektablen Alters schon sichtlich schwer fällt — lächelnd über den Platz, einige werden gebracht. Sie haben einst ihr Leben aufs Spiel gesetzt, um Europa und die Welt vom Faschismus zu befreien. Sie haben letztlich gesiegt.

    „Und je länger diese Ereignisse zurückliegen", betont auch Präsident Wladimir Putin in seiner Grußrede, „desto größer ist unsere Verantwortung, uns zu erinnern." Und künftig solches Leid, so viel Blut und Tod zu verhindern.

    Veteran wird bei Moskauer Siegesparade 2017 interviewt
    © Sputnik / Peggy Lohse
    Veteran wird bei Moskauer Siegesparade 2017 interviewt

    „Ich kam damals, 1945, bis nach Berlin", erzählt ein gewisser Iwan Petrowitsch, Mitte-Ende 80. Er kann sich kaum retten vor Interviewanfragen. Die echten Zeitzeugen verlassen langsam diese Erde. Die wenigen, die übrig sind, sind als Gesprächspartner natürlich heiß begehrt. Dieser hier war seinen Worten nach Lkw-Fahrer. Und ja, sagt er, „die Paraden sind natürlich nötig, um sich zu erinnern. Und vor allem, um eine Wiederholung solcher Ereignisse zu verhindern". Er selbst habe an acht Paraden selbst noch teilgenommen. Insgesamt war er bei elf anwesend.

    Sein jüngerer Sitznachbar stimmt ihm zu: „Ich bin 76 Jahre und arbeite noch für das Zivilschutzministerium". Die Erinnerung an die Schrecken des Großen Vaterländischen Krieges müsse unbedingt erhalten werden.

    Veteranen bei Moskauer Siegesparade 2017
    © Sputnik / Peggy Lohse
    Veteranen bei Moskauer Siegesparade 2017

    Und so gibt Verteidigungsminister Sergej Schoigu dann das Startsignal. Die Ordner am Rande des Roten Platzes zittern schon, das Publikum auch — vor Kälte, aber auch vor Aufregung. Es marschieren die Soldaten und Soldatinnen über den Platz, dann rollt die Technik. Die neue Artkis-Rüstungsfahrzeuge sind ein auffälliger Hingucker — und durch die Tribünenreihen geht ein Raunen. „Oooh, aaahhh!" Und sowohl Schoigu als auch Putin antworten nicht nur die Soldaten, sondern auch Zuschauer und Veteranen mit jeweils dreifachen „Hurra!".

    Nach eineinhalb Stunden wird klar: Die Flugshow fällt wegen schlechten Wetters aus. Die zahlreichen Freiwilligen, die teils sogar aus der fernöstlichen Amur-Region extra für die Parade nach Moskau kamen, geleiten die Veteranen in den Kreml. Aufwärmen, erinnern und ehren. Denn heute ist ihr großer Tag.

     

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    Tags:
    Parade, Tag des Sieges, Siegesparade, Streitkräfte der Russischen Föderation, Wladimir Putin, Moskau