04:55 11 Dezember 2019
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    Pistole (Symbolbild)

    Fall Franco A.: Komplizen stahlen womöglich Bundeswehr-Waffe – Medien

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    Die festgenommenen Verdächtigen rund um den rechtsextremen 28-jährigen Oberleutnant Franco A. stehen unter Verdacht, bei der Bundeswehr Waffen gestohlen zu haben. Dies berichtet der „Spiegel“ in seiner Onlineausgabe unter Berufung auf eigene Recherchen.

    Nach „Spiegel“-Informationen ermitteln die Fahnder derzeit im Fall einer P8-Pistole, die im Sommer 2014 nach einem Schießtraining auf dem Truppenübungsplatz in Grafenwöhr (Bayern) als verschwunden gemeldet worden sei. Am Freitag sei die Bundesanwaltschaft über den Verdacht informiert worden, dass einer der Verdächtigen der Gruppe rund um Franco A. die Waffe entwendet haben könnte.

    An der Übung von deutschen und amerikanischen Soldaten auf dem Schießstand soll damals auch der am Dienstag festgenommene Maximilian T. teilgenommen haben. Er sei zu diesem Zeitpunkt Student an der Bundeswehr-Universität in München gewesen. Es stehe nun unter dringendem Verdacht, die Pistole gestohlen zu haben. 

    „Die Bundeswehr gerät durch den neuen Hinweis erneut unter Druck, da sie im Fall der verschwundenen Waffe möglicherweise nicht energisch genug ermittelt hat“, schreibt der „Spiegel“.

    Gegen Franco A., Maximilian T. und den Offenbache Student Mathis F. wird derzeit wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat ermittelt. Sie sollen Anschläge auf Spitzenpolitiker wie Joachim Gauck und Heiko Maas sowie gegen politische Institutionen geplant haben.  

    Wie bekannt wurde, haben die Verdächtigen über einen längeren Zeitraum rund 1000 Schuss Munition verschiedener Kaliber bei der Bundeswehr gestohlen und diese im Keller von F. gehortet. Mittlerweile steht fest, dass der Großteil der Munition aus Standorten stammt, an denen die Soldaten A. und T. stationiert waren. Dies könnte nun auch den möglichen Diebstahl der P8-Pistole erklären, schreibt der „Spiegel“.

    Am gestrigen Donnerstag berichteten deutsche Medien unter Verweis auf das Bundesverteidigungsministerium, dass im Februar 2017 zwei G36-Gewehre und eine P8-Pistole am Bundeswehr-Standort Munster aus einem Panzer vom Typ „Fuchs“ entwendet worden seien. Unbekannte hätten den Panzer am dem Gelände der Kaserne nachts aufgebrachten und die Wahlen gestohlen. Bislang gebe es aber keine Spur der Täter.

    Nun werde ermittelt, ob die Gruppe rund um Franco A. auch hinter diesem Diebstahl stecken könnte. Bislang hätten die Ermittler noch keine direkte Verbindung zu den Festgenommenen feststellen können. Weder A. noch T. seien zu der Zeit auf dem Truppenübungsplatz in Munster eingesetzt gewesen. Nach „Spiegel“-Recherchen soll jedoch schon damals gegen einen dort stationierten Soldaten wegen rechtsextremer Tendenzen ermittelt worden sein. Es soll nun alsbald herausgefunden werden, ob es zwischen jenem und den festgenommenen Verdächtigen eine Verbindung gibt.

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    Tags:
    Diebstahl, Waffen, Rechtsextremismus, Bundeswehr, Deutschland