00:28 15 Dezember 2019
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    WannaCry: Zweite Infizierungswelle ausgebrochen?

    © AP Photo / Mark Schiefelbein
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    Seit dem vergangenen Freitag hält eine Hackerattacke die Welt in Atem. „WannaCry“ hat inzwischen Hunderttausende Computer in Krankenhäusern, Bahnbetrieben und Unternehmen in mehr als 100 Ländern lahmgelegt. Das Eingreifen eines Hackers konnte die Attacke zunächst stoppen – aber anscheinend nur kurzfristig.

    Mit Beginn der neuen Arbeitswoche brachten die bislang noch unbekannten Kriminellen offenbar schon eine neue Version des Erpressungsvirus heraus, wie das Portal „Motherboard“ unter Berufung auf den Direktor des globalen Untersuchungs- und Analyseteams bei „Kaspersky Lab“ berichtete. Diese soll den so genannten „Notfallknopf“ (eine Internetadresse im Code des Wurms, die aus einer Reihe an Zeichen und Ziffern bestand, die keinen Sinn ergab) ausgeschlossen haben, mit dessen Hilfe die Verbreitung der ersten Version gestoppt werden konnte. Der Forscher ging davon aus, dass sich die neue Version von „WannaCry“ ohne Notfallknopf auf die gleiche Art und Weise verbreiten werde, wie dies am Freitag der Fall war.

    Inzwischen widerlegte das Portal diese Annahmen und räumte ein, dass der neue Virus nicht die gleiche Gefahr, wie die vorherige Version, darstellen würde.

    Fortsetzung der Attacke 

    Allerdings darf man an dieser Stelle nicht erleichtert ausatmen. Denn IT-Experten glauben, dass es sich bei der Virusadresse um einen absichtlichen „Notfallknopf“ gehandelt habe, mit dem die Kriminellen hinter dem Cyberangriff ein Art Käfig für ihr „Monster“ gebaut haben sollen. Zumindest so beschrieb der Sicherheitsforscher Darien Huss den Vorgang gegenüber der BBC. Das größte Problem bestehe dabei darin, dass die Entwickler ihre Angriffssoftware nur leicht verändern müssten, um sie wieder zum Leben zu erwecken. Eben aus diesem Grund warnte auch der 22-jährige Held, der den Wurm zunächst stoppen konnte, dass eine Fortsetzung der Hackerattacke „unmittelbar“ bevorstehe.

    Und dies ist leider bereits passiert. Der neue Virus infizierte etwa 2000 Computer in Japan, meldete die Agentur AP am Montag. Betroffen sind demnach Großunternehmen wie Nissan Motor und Hitachi. In der Koreanischen Agentur für Sicherheit und Internet erklärte man, dass mindestens fünf südkoreanische Unternehmen Attacken auf ihre Computersysteme registriert haben sollen, darunter die größte Kinokette im Land „CJ CGV“. Auch in China fielen Hunderttausende Computer in fast 30.000 Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen dem neuen Virus zum Opfer.

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    Tags:
    Notfallknopf, stoppen, Verbreitung, Cyberangriff, Virus, WannaCry, Japan, Südkorea, China