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20:43 19 September 2019
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    Snow blows off the Svalbard Global Seed Vault before being inaugurated at sunrise

    Arktis: „Ewiges“ Welt-Saatgutlager taut auf

    © AP Photo / John McConnico
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    Das Svalbard Global Seed Vault, das größte Saatgutlager der Welt, das die Pflanzenvielfalt für immer sichern und die Menschheit auch nach den schlimmsten Katastrophen retten soll, hat leck geschlagen: Wegen der Erderwärmung ist aufgetautes Wasser in den Tresor eingedrungen, berichtet „The Guardian“.

    Das Global Seed Vault (zu Deutsch: weltweiter Saatgut-Tresor) auf der norwegischen Insel Spitzbergen, in dem fast eine Million Päckchen mit Pflanzensamen lagern, war 2008 angelegt worden. Das Saatgutlager sei die „moderne Neuauflage der Arche Noah“, hatte der norwegische Landwirtschaftsminister Terje Riis-Johansen damals erklärt.

    Das bunkerartige Gebäude war als undurchdringliches Tiefkühllager konzipiert worden, um die wertvollsten Pflanzarten der Welt vor dem Aussterben zu schützen und diese für die Ewigkeit zu erhalten.

    Doch wegen der hohen Temperaturen in diesem Winter taut der Permafrostboden auf Spitzbergen derzeit auf. Laut der Zeitung ist viel Wasser in den Eingangstunnel des Tresors eingedrungen und dort später gefroren.

    Zum Glück sei das Saatgut selbst nicht beschädigt worden. Das Eis wurde bereits entfernt.

    „Wir hatten nicht daran gedacht, dass der Permafrost verschwinden könnte und dass wir so ein extremes Wetter erleben würden“, zitiert die Zeitung Hege Njaa Aschim von der norwegischen Regierung.

    Das Leck wirft nun Zweifel daran auf, ob der Tresor seinem Zweck wirklich dienen kann. Denn eigentlich sollte das Lager ohne menschliche Aufsicht funktionieren. „Aber jetzt überwachen wir den Tresor rund um die Uhr“, so Aschim weiter.

    Die wichtigste Frage sei nun, ob dies ein einmaliges Ereignis war oder die Lage sich noch verschlechtern werde.

    „Die Arktis und insbesondere Svalbard erwärmen sich schneller als der Rest der Welt. Das Klima ändert sich dramatisch; wir sind alle überrascht, wie schnell das vor sich geht“, so die Regierungsvertreterin weiter. Man müsse dringend nach einer Lösung suchen, da es hier um eine große Verantwortung gehe.

     

     

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    Tags:
    Lager, Norwegen, Spitzbergen