11:14 12 Dezember 2017
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    Anti-Terror-Schutz: EU liegt zehn Jahre hinter Russland – Vizeaußenminister

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    Die EU-Maßnahmen im Bereich der Anti-Terror-Sicherheit sind hinter den russischen um bis zu zehn Jahren zurückgeblieben, wie Russlands Vizeaußenminister Oleg Syromolotow äußerte. Moskau sei aber gern bereit, seine Erfahrung mit Europa zu teilen.

    Am Donnerstag empfing der österreichische Innenminister Wolfgang Sobotka den russischen Diplomaten Syromolotow in Wien. Das war das erste Treffen hochrangiger Vertreter der beiden Länder zum Thema Anti-Terror-Kampf, obwohl Russland bereits mit vielen anderen EU-Ländern in diesem Bereich zusammenarbeitet.

    „Trotzdem bleiben bislang Lücken in Europa. Im letzten Jahr im April reiste ich in die EU, wo wir sehr ernsthafte Verhandlungen führten. Das war zwei Wochen nach den Anschlägen von Brüssel“, so Syromolotow.

    Die europäischen Kollegen sollen den russischen Minister nun gebeten haben, den Anti-Terror-Schutz der EU und auch ihrer Flughäfen zu bewerten. „Ich sagte ihnen, dass sie etwa zehn Jahre hinter Russland zurückliegen“, so Diplomat. Dabei bekräftigte Syromolotow erneut Moskaus Bereitschaft, interessierten Ländern gerne auch die russische Erfahrung zu vermitteln.

    Um dem Terrorismus effektiv entgegenwirken zu können, ist es dem Minister zufolge notwendig, eine gemeinsame Datenbank von Terroristen, ein einheitliches Kontrollsystem über deren Reisen in der Welt sowie ein liberalisiertes System deren Abschiebung zu schaffen. Aktuell seien die  Auslieferungsprozedere in der EU noch sehr lang.

    Mit einigen Staaten habe Russland bereits solche Vereinbarungen. „Und sie funktionieren! In der EU gibt es so was aber nicht, und sie setzen sich erst jetzt mit vielen, in Russland bereits gelösten Fragen auseinander“, so der russische Diplomat. Als Beispiel führte Syromolotow die Verfolgung und Registrierung der Reisen aller Menschen mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf. „Deswegen gelingt es einem Terroristen bei uns nicht so einfach zu reisen, aber sie kamen erst jetzt darauf“, so der Vizeaußenminister abschließend.

    Nach dem Selbstmordanschlag in Manchester am Montagabend hatte Russlands Präsident Wladimir Putin der britischen Premierministerin Theresa May Moskaus Bereitschaft bekräftigt, die Kooperation im Kampf gegen den Terrorismus auszubauen. Das Attentat auf ein Pop-Konzert in der Manchester Arena kostete 22 Menschenleben. Dutzende Personen wurden verletzt.

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    Tags:
    Anschlag, Vereinbarungen, Terroristen, Datenbank, Auslieferung, Schutz, Anti-Terror-Einsatz, Europäische Union, Russland
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