04:19 08 Dezember 2019
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    Iranische Polizei am Ort des Terroranschlags im Khomeini-Mausoleum

    Teheraner Anschläge: Gibt es einen IS-Ableger im Iran? – El Mundo

    © AP Photo / Ebrahim Noroozi
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    Die am Mittwoch in Teheran verübten Anschläge, zu denen sich die Terrormiliz Daesh (auch „Islamischer Staat“, IS) bekannt hatte, zeugen davon, dass im Iran gewisse IS-Strukturen bestehen, schreibt die Zeitung „El Mundo“ am Donnerstag.

    Veryan Khan, Chefredakteurin der Zentrums TRAC, das die Bewegungen des Islamischen Staates verfolgt, verwies im Gespräch mit der Zeitung auf drei Bekenntniserklärungen, die Daesh in Bezug auf die jüngsten Ereignisse im Iran veröffentlicht hatte. Außerdem sei ein Video auf einem IS-nahen Nachrichtenportal hochgeladen worden, das von einem der Angreifer bei der Attacke auf das iranische Parlament mit einer GoPro-Kamera gefilmt worden sei, betonte Khan.

    „Daraus geht hervor, dass der ‚Islamische Staat‘ nicht nur von diesem Ereignis im Voraus gewusst, sondern es wohl direkt geplant hat", sagte sie.

    Die Zeitung verweist auf einige Faktoren, die ihr vor dem Hintergrund der Anschläge in Teheran als wichtig erscheinen.

    Zum einen gebe es unter den IS-Kämpfern auch Iraner, schreibt der Verfasser des Artikels, Francisko Carrion. Zum anderen habe der IS im Laufe von einigen zurückliegenden Wochen seine Propaganda-Kampagne gegen den Iran wesentlich erweitert. So habe ein IS-Ableger im Irak eine Videoansprache veröffentlicht, die zeige, wie IS-Kämpfer die sunnitische Minderheit im Iran aufriefen, gegen das Regime mit der Waffe in der Hand zu rebellieren. Der iranischen Staatsführung habe die Terrormiliz mit einer „heranziehenden Eroberung" gedroht.

    Außerdem sei die globale Ausrottung der Schiiten eine fixe Idee des „Islamischen Staates".

    „Diese Attacke gegen Schiiten in der meist legendären Hauptstadt des Schiismus wird für die Propaganda effektiv sein", betonte Khan.

    Die jüngsten Terroranschläge im Iran bekämen eine zusätzliche Bedeutung vor dem Hintergrund der heutigen Lage, wo der US-Präsident den Iran verfluche und Saudi-Arabien Druck auf Katar ausübe, unter anderem auch wegen dessen gegenseitiger Verständigung mit dem Iran, so die Zeitung.

    „Die iranische Regierung wird spüren, dass sie gezwungen wird, ihre Interventionen in Syrien und im Irak auszubauen. Wenn das tatsächlich passiert, wird die Eskalierung des Krieges zwischen Sunniten und Schiiten Öl ins ideologische IS-Feuer gießen", äußerte Charlie Winter, Analytiker des Internationalen Zentrums für Studien zur Radikalisierung und politischer Gewalt.

    Abschließend verweist die Zeitung auf alle Terroranschläge, die seit einem Monat außerhalb Syriens und des Irak verübt worden waren, und zwar in Großbritannien, Indonesien, Ägypten, Australien, Pakistan, dem Iran sowie auf den Philippinen. Diese Attacken seien eine „hektische Tätigkeit", die die Aufmerksamkeit von den Verlusten der Terrororganisation in Syrien und im Irak ablenken solle.

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    El Mundo, Terrormiliz Daesh, Katar, Iran, Saudi-Arabien, USA