22:36 15 Dezember 2017
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    Zwei junge Russland-Fans. Archivfoto

    RussoMobil fährt weiter durch Deutschland – BDWO-Chef

    © Sputnik/ Mikhail Fomichev
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    Das Russische steht laut Peter Franke, dem Vorsitzenden des Bundesverbands Deutscher West-Ost-Gesellschaften (BDWO) und Initiator des RussoMobils nach Englisch, Französisch, Latein und Spanisch an fünfter Stelle der gelehrten Fremdsprachen in den deutschen Schulen. Und das trotz der Krise in den deutsch-russischen Beziehungen.

    Statistisch gesehen sei die Zahl der Russisch lernenden Schüler in den letzten drei Jahren sogar gestiegen, sagte Franke im Interview mit Sputnik am Rande der Städtepartnerkonferenz in der südrussischen Stadt Krasnodar. „Es waren schon unter 100.000, und jetzt sind wir wieder bei 114.000 Schülern an öffentlichen allgemeinen Bildungsanstalten bundesweit. Das hat auch damit zu tun, dass es solche Projekte wie RussoMobil gibt, dass das Deutsch-Russische Forum für die russische Sprache wirbt und die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch Russisch Campbox unterstützt, wo auch Lektoren unterwegs sind, um einfach für Russisch zu werben. Das ist einfach ein Versuch, Schülern die Sprache und das Land näherzubringen.“

    Das Russomobil habe am 20. April seinen siebten Geburtstag gefeiert, und es fahre weiter dank der Unterstützung der Stiftung „Russkij Mir“ (Russische Welt), so Franke, „die uns auch dieses Jahr wieder gefördert hat. Ohne deren Hilfe würde das RussoMobil sicherlich nicht fahren, weil es ein hoher Aufwand und eine hohe Beanspruchung ist. Und es ist auch nicht einfach, deutsche Sponsoren dafür zu gewinnen, aber es fährt. Es besucht bis zu 600 Klasseneinsätze und erreicht damit 12.000 bis 15.000 Schüler im Jahr.“

    Das RussoMobil sei gefragt, so der BDWO-Chef weiter. „Leider haben wir nicht genug finanzielle Unterstützung, um all das möglich zu machen, was angefragt wird. Seitdem es das Mobil gibt, gibt es Schulen, die das jedes Jahr bestellen, weil es sich so positiv auf ihre Russisch lernenden Zahlen ausgewirkt hat.“

    Jugendforum erstmals bei Städtepartnerkonferenz dabei

    Von beiden Seiten – der russischen und der deutschen — sind jeweils vierzig Jugendliche nach Krasnodar gekommen, um sich in diversen Workshops mit Fundraising und anderen Dingen zu beschäftigen. Sie haben touristische Internet-Seiten, den Austausch von moderner Kultur usw. vorgestellt. Die Freundschaftsgesellschaft Karlsruhe — Krasnodar hat eine Europa-Business-School aufgebaut, wo Studenten in Geschäftsdeutsch, in Geschäftsenglisch, in Management, in deutscher Landeskunde usw. eine Art erweitertes Studium durchlaufen, einschließlich drei Monate Praktikum in Deutschland. Als Beispiel führt Franke an, dass eine Studierende z.B. ein Portal über Tourismus in Krasnodar gestalten wolle. „Sie kann jetzt für vier Wochen in der Stadtverwaltung von Karlsruhe ein Praktikum machen, um die Arbeit an einer deutschen Kommune kennenzulernen.“

    BDWO in Krisenzeit optimistisch

    „Der Bundesverband und seine Mitgliedsvereine arbeiten schon lange an konkreten und praktischen Beispielen, und wir haben zu unseren russischen Partnern ein langjähriges Vertrauen. Da ist die Politik wichtig und bestimmt unser Umfeld, was es nicht leichter macht, zum Beispiel Leute für Schüler- und Jugendaustausche in beiden Richtungen zu werben. Aber es wird gearbeitet, man kennt sich und versucht, all die Beziehungen mit Leben zu füllen, bzw. am Leben zu erhalten. Deshalb freuen wir uns natürlich auch, dass jetzt das deutsch-russische Jahr der kommunalen und regionalen Partnerschaften eröffnet wurde, in der Hoffnung, dass es tatsächlich einen Schub für die Städtepartnerschaften gibt.“

    Das komplette Interview zum Nachhören:

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    Tags:
    RussoMobil, BDWO, Peter Franke