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    Sanktionen gegen Russland (2017) (146)
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    Trotz der vom Westen gegen Russland verhängten Sanktionen, die unter anderem die Lieferung von Energietechnologien auf die Krim verbieten, soll der Konzern Siemens Gasturbinen für die Halbinsel produziert haben. Das schreibt die Agentur Reuters am Mittwoch unter Verweis auf gut unterrichtete Quellen.

    Demnach benötigt Russland die Turbinen für zwei auf der Krim im Bau befindliche Kraftwerke.  Die Lieferung der Turbinen musste um ein Jahr verschoben werden, da die interessierten Firmen die Verletzungen der EU-Sanktionen befürchteten, so die Quellen.  

    Indes gab Russlands Energieministerium keine Kommentare dazu ab. Dennoch sagte eine namentlich nicht genannte Quelle, dass  die Turbinen auf dem Seeweg auf die Krim gebracht worden seien.

    Ihr zufolge sind diese für die Kraftwerke in Sewastopol bestimmt und im Hafen der Stadt entladen worden.  Es soll sich dabei um Gasturbinen vom Typ SGT5-2000E handeln, die nur Siemens und seine Tochterunternehmen bauen.

    Das Unternehmen selbst dementierte die Meldungen über diese Lieferungen. Wie Siemens-Sprecher Wolfram Trost sagte, hat Siemens keinerlei Turbinen auf die Krim exportiert und hält alle Regeln der Exportkontrolle strikt ein.

    Laut der Agentur ist derweil unklar, ob Siemens tatsächlich von den Lieferungen gewusst habe.

    Hätte das deutsche Unternehmen davon gewusst, so drohten ihm potentielle Vorwürfe, gegen die Sanktionen verstoßen zu haben.

    In Sewastopol und  Simferopol auf der Krim werden zurzeit zwei Wärmekraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 940 Megawatt gebaut. Sie sollen die Krim-Bewohner künftig reibungslos mit Strom versorgen.    

    Die Krim war im März 2014 – nach gut 22 Jahren in der unabhängigen Ukraine – wieder Russland beigetreten, nachdem die Bevölkerung der Halbinsel bei einem Referendum mehrheitlich dafür gestimmt hatte. Anlass für die Volksabstimmung war ein nationalistisch geprägter Staatsstreich in Kiew.

    Die ukrainische Regierung erkennt die Abspaltung der Krim nicht an. Die westlichen Staaten haben den Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch und die von der Opposition gestellte Regierung in Kiew akzeptiert, jedoch nicht das Krim-Referendum. Nach dem Beitritt der Halbinsel zu Russland verhängten die USA und die EU Sanktionen gegen Russland und die Krim.

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    Tags:
    Gasturbinen, Sanktionen, Siemens, Deutschland, Russland