18:12 05 Dezember 2019
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    Für alle Fälle: Deutsche haben knapp 13 Milliarden D-Mark in petto

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    Die Deutschen zeigen bisher eine besondere Neigung zum alten Geld und bewahren gut 15 Jahre nach der Euro-Bargeldeinführung Mark und Pfennig in Milliardenwert auf, schreiben deutsche Medien.

    166,6 Millionen D-Mark-Scheine und 23,4 Milliarden Münzen sind noch nicht umgetauscht worden. Häufig tauchen sie bei Haushaltsauflösungen oder Renovierungsarbeiten auf. Ende Juni waren nach Daten der Bundesbank Scheine und Münzen im Gesamtwert von 12,67 Milliarden D-Mark (rund 6,48 Milliarden Euro) im Umlauf.

    Vor allem bei den Geldstücken scheint den Menschen die Trennung schwer zu fallen: Rund ein Drittel aller Münzen wurden der Bundesbank zufolge bisher noch nicht umgetauscht.

    „Es handelt sich jedoch bei dieser Summe zum Teil auch um Sammlermünzen“, so die Notenbank. Ein Teil der Münzen dürfte auch von Touristen in deren Heimatländer mitgenommen worden sein, vermutet der Bundesverband deutscher Banken (BdB).

    Auch aus dem Alltag ist die gute alte D-Mark noch nicht ganz verschwunden. Manche Handelsunternehmen nehmen dauerhaft oder im Rahmen von Sonderaktionen die alten Schätze an, so beispielsweise ein Freibad im hessischen Alsfeld, wo man für eine Mark drei Minuten duschen kann.

    „Die neuen Münzen haben andere Formate, Gewichte und Legierungen, da hätten wir die Technik in unserem Automaten neu aufbauen müssen. Im Gegensatz dazu ein paar D-Mark-Stücke sammeln und bei Interesse zum Duschen als Duschmarken tauschen, war für uns effektiver“, sagte der frühere Ortsvorsteher von Lingelbach, Uwe Stein, jüngst der „Oberhessischen Zeitung“.

    Bei der Bundesbank kann die D-Mark unbefristet in Euro umgetauscht werden. Der Wechselkurs sei der gleiche wie 2002, als der Euro eingeführt wurde: Ein Euro für 1.95583 DM.

    Laut einer Umfrage für die Bank of Scotland aus dem Jahr 2015 rechnet fast jeder zweite Deutsche (47 Prozent der Befragten) den Euro immer noch in die alte Währung um, insbesondere bei größeren Ausgaben.

    Jedoch nicht in allen Ländern des Euro-Währungsraumes kann altes Geld in Euro umgetauscht werden. So sind die Fristen beispielsweise in Frankreich und Italien für Franc und Lira bereits abgelaufen – ein gutes Geschäft für den Fiskus. Das bis dahin nicht gewechselte Geld schlug in der Bilanz der Notenbank als Gewinn zu Buche, der an den Staat floss.

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    Geldscheine, Geld, Euro, D-Mark, Bundesbank, Deutschland