23:48 20 November 2017
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    „Scheinehe für alle!“ – Comedian: Neues Ehe-Gesetz bietet ungeahnte Möglichkeiten

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    Die Ehe für alle öffnet auch gleichgeschlechtlichen Scheinehen Tür und Tor – und ausgerechnet ein Comedian ist auf diese Schwäche des neuen Gesetzes gestoßen. Ein Satire-Artikel.

    Benaissa Lamroubal ist jung, gut aussehend und auf einem aufsteigenden Ast in der Comedy-Branche. Und seit die Ehe für alle beschlossen wurde, klingelt ununterbrochen sein Telefon. Die Anrufe haben aber weder etwas mit dem Comedy-Geschäft zu tun, noch versuchen hier geheime Verehrerinnen ein intimes Treffen zu vereinbaren.

    Die Stimmen sind mittlerweile allesamt männlich geworden und stellen solche Forderungen: „Ich hab‘ Nachrichten geguckt. Es geht jetzt! Geh zum Ausländeramt, dann sagst du, du liebst mich und dann kannst du mir ein Visum machen.“

    „Das Problem ist, die haben bei dem Gesetzesentwurf nicht berücksichtigt, dass die Scheinehen jetzt steigen“, erklärt Benaissa. Vorher seien Scheinehen vornehmlich von älteren deutschen Frauen angeboten worden, „jetzt ist nicht nur die Ehe für alle da, sondern auch die Scheinehe für alle“. Und als gebürtiger Marokkaner sei Benaissa „ein gefundenes Fressen“ für solche Leute.

    Früher hätten sich viele Nordafrikaner unter die syrischen Flüchtlinge mischen müssen, doch wozu der Aufwand? „Ich bin leichter zu erreichen“, sagt Benaissa. Deswegen rufen auch ununterbrochen angebliche Cousins aus Marokko an, von denen Benaissa nie gehört hat und die er als „wildfremde Leute“ einstuft. Er kriegt auch Fotos zugeschickt, aber etwas, was seinem Geschmack entsprechen würde, hat sich darunter noch nicht gefunden: „Bisher habe ich nur verschwommene Fotos zugeschickt bekommen. Eins sieht auch ein bisschen nach einer Ziege aus.“ Außerdem stimme der Preis noch nicht.

    Trotzdem überlegt Benaissa, neben dem Comedy-Geschäft einen Nebenerwerb über Scheinehen zu starten: „Im Moment lohnt sich der Comedian noch ein bisschen mehr, aber es ist nicht mehr viel. Es sieht ganz danach aus, als ob das Scheinehen-Geschäft das Comedian-Geschäft bald ablösen wird“, sagt der Komiker.

    Deswegen will er bald die „Lucky Schein GmbH“ gründen. Dort will er in erster Linie sich selbst professionell verheiraten und wieder scheiden lassen, um für das Rentenalter die notwendigen Rücklagen zu erwirtschaften. Aber auch als Vermittler will er tätig werden. Dafür plant Benaissa Lamroubal, einen Katalog zu erstellen. Dort soll alles zu finden sein, was das Heiratsherz begehrt: „Männer, Ziegen, Kühe“, so der Comedian.

    Das Fazit des Comedians zum neuen Ehegesetz lautet: „Ehe für alle ist gut, aber man muss an den Scheinehen etwas machen. Das muss ein bisschen besser definiert werden.“ Dass das ausgerechnet ein Komiker sagen musste…?

    Das komplette Interview zum Nachhören:

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    Tags:
    Humor, Beschluss, Gesetz, Homosexualität, Eheschließung, Deutschland
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