03:40 21 November 2017
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    Ägyptisches Krankenhaus El Salam, wonach die Opfer des Messerangriffs transportiert wurden

    Sie trat dem Strand-Attentäter entgegen: So überlebt Russin Messerangriff in Hurghada

    © REUTERS/ Mohamed Abd El Ghany
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    Jelena, eine russische Touristin, hat dem TV-Sender „RT“ berichtet, was sie im „Urlaubsparadies“ durchmachen musste.

    „Ich lag am Strand, Kopfhörer in den Ohren, dann hörte ich irgendwo Schreie. Ich drehte mich um und sah den Araber auf mich zu rennen. Er war wie besessen.“, sagt die junge Frau. „Hinter mir war nur das Meer, ins Wasser zu springen, wäre sinnlos: Da sind ja nur Korallen. Also gab es keinen Ausweg.“

    Die Russin musste es mit dem Angreifer aufnehmen: „Solange ich stand, ging es noch. Dann aber fiel ich hin, er setzt sich auf meine Beine und schlug auf mich ein. Ich konnte mich mit den Armen schützen, drehte mich, wie ich konnte. Deswegen sind meine Wunden nicht so tief. Ich weiß nicht, wie lange das so ging, ich spürte nur, dass er mich am Hals getroffen hatte.“

    Die Kräfte hätten sie mehrmals verlassen, sagt Jelena. Aber sie habe an ihren Sohn denken müssen und darum weiter gekämpft. „Ich sagte zu mir selbst, dass ich kämpfen muss, für meinen Sohn. Ich konnte dem Angreifer entwischen. Er hat mir noch in den Rücken gestochen, als ich weglief“, sagt die tapfere Russin.

    Das Schlimmste stand ihr jedoch noch bevor, wie Jelena sagt:

    „Ich ging in der Hitze vom Strand ins Hotel, aber niemand hat mir geholfen. Ich kam an den Empfang, sie riefen einen Rettungswagen, aber auch der ließ auf sich warten.“

    Jelena hatte einen Einstich am Hals und ihre Arme waren zerschnitten, weil sie sich damit vor dem Messer schützte.

    Inzwischen konnte der Name des Angreifers geklärt werden: Es handelt sich um den 28-jährigen Abdul Rahman Shams Shaaban, einen Hochschulabsolventen aus Kairo. Er ist mutmaßlich ein Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat. Die Ermittlungsbehörden schließen einen terroristischen Hintergrund der Tat nicht aus, prüfen aber auch, ob der Tat eine psychische Störung des Angreifers zugrunde liegt.

    Russische Behörden haben indes eine Reisewarnung für Ägypten ausgesprochen. Sie rufen die russischen Bürger dazu auf, die Terrorgefahr in dem nordafrikanischen Staat ernst zu nehmen und die Risiken einer Reise dorthin objektiv einzuschätzen.

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    Tags:
    Augenzeuge, Messerattacke, Terrorangriff, Terrormiliz Daesh, Ägypten, Russland
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