10:38 21 August 2017
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    IS übersät nach Niederlage ganz Europa: „Einsame Wölfe“ gefährlicher denn je

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    Terrormiliz Islamischer Staat (2017) (81)
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    Der Zerfall des Terrorregimes im Nahen Osten führt dazu, dass Anhänger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat die ganze Welt übersäen und beim Untergang um sich schlagen werden. Eine weitere unterschätzte Gefahr stellen nämlich Schein-Migranten und Konvertiten dar, die als „einsame Wölfe“ agieren, warnt ein Experte. Ein Blick aus Serbien.

    Militärpatrouille auf den Straßen von Brüssel (Archivbild)
    © AFP 2017/ BELGA/Hatim Kaghat
    In einem Interview für Sputniknews-Serbien erklärt der Terrorismus-Experte Milan Paschanski, was nun der Sieg über den IS in Syrien und im Irak nach sich ziehen wird.

    Dass Daesh (auch „Islamischer Staat“ genannt) untergeht, bedeutet laut Paschanski noch lange nicht, dass mit ihm auch der internationale Terrorismus verschwinden werde.

    Der IS werde zunächst sogar im Gegenteil mehr auf die Verübung von Anschlägen setzen, um damit zu beweisen, dass mit den territorialen Verlusten die Hauptidee der Organisation — mit Terror politische Ziele zu verfolgen – nicht von der Tagesordnung abgesetzt werde.

    In Serbien wird derzeit die Rückkehr von bis zu 49 Menschen erwartet, die sich dem IS angeschlossen hatten und jederzeit wieder auftauchen könnten. Laut Paschanski ist Serbien dafür gewappnet, es gebe jedoch gewisse Graubereiche, mit denen weder serbische noch europäische Geheimdienste zurecht kämen: Dies seien die sogenannten „einsamen Wölfe“ – Einzeltäter, die entweder gar keinen Kontakt zur Terrororganisation pflegen und sich autonom radikalisiert haben, oder auch geschult wurden, jedoch bewusst unabhängig von einer Gruppe oder einem Kommando agieren.  

     „Es gibt mehrere Faktoren, die in die Hände von Terroristen spielen. Dies ist die sogenannte „schleichende Besetzung“ Europas, also die Flüchtlingswelle, die eine Menge Probleme schaffen kann.“

    Eines dieser Probleme seien verschiedene Verstecke, wo sich Terroristen nach der Ankunft permanent oder vorübergehend aufhalten würden. Nach dem Untergang des IS und anderer Terrororganisationen im Nahen Osten werde die ganze Erde von dessen Mitgliedern „übersät“, meint der Experte. Die Terroristen würden dann zunächst untertauchen und sich in Verstecken aufhalten.

    Der wichtigste Umschlagplatz, von wo aus die Mehrheit der Terroristen sich Richtung Europa bewege, sei das türkische Anatolien. Von dort aus gehe es oft auf die Balkanhalbinsel, wo es geheime Lager in Kosovo und Metochien, Bosnien und Herzegowina und der serbische Okrug Raška gebe.

    Es sei durchaus möglich, dass diese Menschen künftige militärische Strukturen in Kosovo unterwandern und ganz offiziell als Ausbilder arbeiten könnten, so Paschanski. Der Westen sei sich dessen im Klaren, werde sich  aber eher unbeeindruckt zeigen, wenn das passiere.

    Themen:
    Terrormiliz Islamischer Staat (2017) (81)
    Tags:
    Terror, Terrorismus, Terrormiliz Daesh, Kosovo, Serbien
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