22:27 01 Dezember 2020
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    Veröffentlichungen in den sozialen Netzwerken helfen immer öfter Kämpfern bei der Begehung von Straftaten. Ein Facebook-Posting über ein Alkoholgeschäft im irakischen Bezirk Al-Ghazaliya führte jüngst zu mehreren Toten.

    Am 29. Juli tauchte auf dem Facebook-Account „Einwohner des Bezirkes Al-Ghazaliya“ ein Beitrag mit Fotos eines Alkoholgeschäftes auf, das sich in dieser Region befindet.

    In dem Post ging es darum, dass die Einwohner besorgt über die Präsenz solch eines Geschäftes seien. Der Bezirk sei angesehen, wo viele Offiziere und Lehrer wohnen, die die Schließung des Ladens fordern. Unzählige Facebook-Nutzer posteten Hasskommentare, die zusammen mit zahlreichen Aufnahmen ein rotes Tuch für die Terroristen wurden.

    Drei Stunden nach der Veröffentlichung des Postings attackierten unbekannte Kämpfer das Geschäft und töteten dessen jesidischen Verkäufer.

    Der jesidische Aktivist Talal Haskany postete ein Video, das diesen Angriff zeigt:

    Der Mann sagte gegenüber Sputnik, dass die ermordeten Verkäufer sehr jung gewesen seien. Der eine hieß ihm zufolge Farhan Haji, war 20 Jahre alt und kam aus dem Nordirak. Seit dem Beginn des Krieges gegen die Terrormiliz Daesh („Islamischer Staat“, auch IS) soll er in einem Flüchtlingscamp gewohnt haben. Vor einem Monat sei er in Bagdad eingetroffen, um hier einen Job zu finden und seine Ausbildung fortzusetzen. Er soll erst zehn Tage in dem Laden gearbeitet haben.

    Der weitere Tote ist demnach der 21-jährige Daud Babiri aus der Mossul-Umgebung. Im Geschäft habe er mehrere Monate gearbeitet.

    Diese Tragödie ist nicht der erste Fall, bei dem soziale Netzwerke Terroristen bei Straftaten unterstützen. Am häufigsten werden in der Region Geschäfte mit Alkoholwaren oder junge Frauen attackiert, die halbnackte Fotos von sich im Netz veröffentlichen. Solche Postings werden in der traditionellen Gesellschaft als provokativ eingestuft. Angriffe auf deren Autoren werden regelmäßig im ganzen Irak registriert.

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    Tags:
    Kämpfer, Mord, Geschäft, Facebook, Irak