10:38 21 August 2017
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    Biologisches Material (Archivbild)

    Warum das Pentagon lebendes Gewebe von Russen braucht

    © Sputnik/ Sergej Pjatakow
    Panorama
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    Alexander Chrolenko
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    Das US-amerikanische Kommando für Ausbildung und Training der Luftwaffensoldaten (AETC, Air Education and Training Command) hat jüngst einen Vertrag zum Kauf von RNA-Mustern, die „russischer/europäischer Abstammung“ sind, veröffentlicht. Informationen zur entsprechenden Ausschreibung sind auf der Webseite für Staatsankäufe der USA zu finden.

    Das Pentagon braucht unter anderem Muster von RNA-Molekülen, die sich an der Umsetzung von menschlichen genetischen Informationen beteiligen. Geber müssen gesund sein. Gewebemuster aus der Ukraine passen den Amerikanern nicht. Diese Informationen rufen aber gewisse Bedenken hervor.

    Das AETC, das sich mit der Ausbildung von Piloten und Techniken befasst, ist nicht der endgültige Abnehmer von „lebenden Geweben“ aus Russland. Die US-Luftstreitkräfte haben ihre eigene medizinische Abteilung, aber das Pentagon ist ja alles andere als ein „internationales Gesundheitsministerium“. Die Bestellung von russischen RNA-Mustern könnte durchaus mit der Entwicklung von Biowaffen oder mit der Vorbereitung ihrer Tests verbunden sein.

    Bienen auf dem US-Stützpunkt in Virginia (Archivbild)
    CC0 / U.S. Air Force/Master Sgt. Carlos Claudio
    Das Atomwaffen-Arsenal der USA ist riesig, doch es wäre für Washington äußerst ungünstig, selbst einen lokalen nuklearen Konflikt auszulösen, denn es könnte davon durchaus selbst betroffen werden. Ein biologischer Krieg wäre sehr effizient, würde aber nicht die wirtschaftliche Infrastruktur zerstören. Es sind alle Möglichkeiten für die Entfesselung des Dritten Weltkriegs vorhanden, und zwar durch die Auslösung von diesen oder jenen Seuchen.

    Biowaffen können sehr selektiv und schnell die gegnerische lebende Kraft vernichten, und dem Sieger bleibt nur, den „Müll“ auf dem Territorium des eroberten Landes zu räumen. Und das Netzwerk von US-amerikanischen militärischen Bio-Laboren, das Georgien, die Ukraine, Kasachstan und andere an Russland grenzende Länder umfasst, wird immer größer.

    So wird der Einsatz der Biowaffen geübt

    Gefährliche Seuchen brechen vor allem in Afrika und Südasien aus, aber das Pentagon zeigt großes Interesse für die GUS-Länder, wo die Situation aus dieser Sicht im Allgemeinen positiv ist. Es ist nicht auszuschließen, dass diese Aktivitäten das Ziel verfolgen, ein ganzes Arsenal von Waffen zu entwickeln, die getarnt eingesetzt werden könnten. Für solche Vermutungen gibt es allen Grund. Der Anthrax-Ausbruch im Norden Russlands im Sommer 2016 wurde auf die Klimaerwärmung zurückgeführt, aber giftige Mikroorganismen könnten nach Sibirien auch mit Zugvögeln „transportiert“ worden sein. Nicht zufällig wurde auf der Halbinsel Jamal im August des Vorjahres die Jagd verboten. Die Anthrax-Diagnose wurde bei 24 Einwohnern der Tundra bestätigt, sodass insgesamt mehr als 2500 verseuchte Rentiere vernichtet werden mussten.

    Solche Seuchen hatte es immerhin seit 75 Jahren nicht gegeben. War also wirklich das Klima schuld daran? Diversionen zur Vernichtung der Urvölker im Hohen Norden, die Zerstörung der russischen Umwelt (die Vernichtung von Rindern, die Diskreditierung russischer Produkte auf dem Weltmarkt) lassen sich nicht völlig ausschließen.

    Beunruhigend war auch die Ebola-Seuche – die größte in der Geschichte Afrikas – im Jahr 2014, die 6583 Menschen das Leben kostete. Dort kann man immerhin nicht von der Klimaerwärmung sprechen. Gegen gewisse Völkerschaften gerichtete Viren waren selbst in den Zeiten, als die Kolonisten Süd- und Nordamerika erschlossen, nicht gerade utopisch. Der aktuelle Entwicklungsstand der Genetik könnte selbst den schlimmsten Hollywood-Horrorfilm zur Wahrheit machen.

    Manche Experten halten den Ausbruch der afrikanischen Schweinepest in den Jahren 2012 und 2013 für eine Diversion. Ihnen zufolge konnte das ASF-Virus, das im nördlichen Klima gefährlich war, nur in einem Labor entstanden sein. Zuvor hatten die Amerikaner solche Einsätze auch gegen Kuba gerichtet.

    Dabei hatte Washington 2001 den Mechanismus zur gegenseitigen Kontrolle künstlich blockiert: Die USA schätzen die epidemiologische Situation in der Welt einseitig ein und halten die Genfer Konvention zum Verbot von Biowaffen von 1972 nicht ein. Ausländische Inspektoren wurden einfach nicht zu den Objekten auf dem US-Territorium zugelassen. Früher hatte Moskau von Washington öfter Garantien der Nichtanwendung von Biowaffen verlangt, aber keine bekommen. Es könnte passieren, dass Russland die strategischen Reserven von Biowaffen auf dem Territorium seiner Nachbarländer mit hochpräzisen Mitteln vernichten müsste.

    Geheime Objekte

    Moderne Technologien und neueste Erfindungen in der Biologie und Genetik lassen behaupten, dass Bio- bzw. Genwaffen bereits bestehen und die lebende Kraft selektiv nach der Hautfarbe und anderen Merkmalen vernichten könnten. Man muss nur den Einfluss der neuesten Viren auf konkrete Genotypen analysieren. Für die von den Amerikanern versprochenen Hilfen haben die Ukraine, Georgien, Aserbaidschan und Kasachstan nicht nur ihr Territorium für die Bio-Experimente des Pentagons bereitgestellt, sondern den Amerikanern auch ihre Sammlungen von Auslösern verschiedener gefährlichen Erkrankungen überlassen. Und jetzt könnten die USA unter dem Vorwand von humanitären Missionen (zur Förderung der Bio-Sicherheit der Ex-Sowjetrepubliken) das Potenzial ihrer Militärlabore gegen Russland einsetzen.

    Die US-Forscher arbeiten streng vertraulich und behaupten, nur die Infektionsherde in den jeweiligen Regionen zu analysieren. Die Unabhängigkeit der Bio-Labore des Pentagons vom jeweiligen Land gestattet es ihm, so gut wie unkontrolliert diverse Experimente mit gefährlichen Viren und Bakterien durchzuführen, Bio-Angriffe zu modellieren usw. Etliche Beispiele dafür liegen auf der Hand.

    Die genetische Nähe zwischen den Russen und Ukrainern und das Abkommen zwischen dem ukrainischen Gesundheitsministerium und dem US-Verteidigungsministerium vom 29. August 2005 hatten die Eröffnung von insgesamt 13 US-Militärlaboratorien in der Ukraine vorbestimmt: in Kiew, Odessa, Cherson, Ternopol, Uschgorod, Winniza, Charkow, Lwow und Dnepropetrowsk. Die Interessen des Pentagons sind offensichtlich, und die Position der ukrainischen Gesundheitsbehörde ist frappant, wenn man die mit den Aktivitäten der Amerikaner verbundenen Risiken bedenkt.

    Auch in Georgien gibt es mehrere US-amerikanische Biolabors, unter anderem ein Lager von hochgefährlichen Substanzen unweit von Tiflis. All diese Objekte wurden auf Kosten des Pentagons gebaut. Allein in Georgien beliefen sich die Ausgaben auf mehr als 100 Millionen Dollar. In Kasachstan betrugen sie laut Quellen 108 Millionen Dollar. Dieser Preis beinhaltet vermutlich unter anderem diverse kostspielige Dual-Use-Ausrüstungen. Formell beschäftigen sich georgische Wissenschaftler gemeinsam mit ihren US-Kollegen mit Problemen der Vorbeugung von viralen Seuchen, aber der Haushalt eines solchen Labors ist vergleichbar mit dem Haushalt des ganzen georgischen Gesundheitsministeriums.

    Dank solcher Objekte hat Russlands potenzieller Gegner riesige Möglichkeiten für „saubere“ Offensiveinsätze auf dem Territorium seiner Nachbarländer. Die größte Gefahr ist die unsichtbare.

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    Tags:
    biologisches Material, Biolabor, Forschungen, Biotechnologie, Atomwaffen, Ebola, Dritter Weltkrieg, US-Luftstreitkräfte, USA, Russland, Ukraine
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