11:11 10 Dezember 2019
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    Die Central European Gas Hub AG (CEGH) (Archivbild)

    Experte: Österreich ist von russischem Gas abhängig

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    Österreich kritisiert die US-Sanktionen gegen Russland, weil das Land Einbußen im Energiegeschäft fürchtet, sagt der ehemalige österreichische Land- und Forstwirtschaftsminister und Präsident des Europäischen Forums Alpbach Franz Fischler. Die gesamte österreichische Wirtschaft sei auch für die Rücknahme der EU-Sanktionen gegen Russland.

    Mit die deutlichste und lauteste Kritik an den neuerlichen Wirtschaftssanktionen der USA gegen Russland kommt derzeit aus Österreich. Außenminister Sebastian Kurz hat jüngst gefordert, die EU müsse gemeinsam darauf reagieren. Welche Interessen spielen dabei eine Rolle und wie ist die Stimmung in Österreich gegenüber Russland und den USA?

     „Unser Außenminister muss sich zu Wort melden, weil Österreich in besonderer Weise betroffen ist. Es gibt viele österreichische Firmen, die sehr viel in der Erdöl-Förderung und in anderen Bereichen nach Russland liefern und große Schäden befürchten. Darunter immerhin eines der größten Unternehmen, die es in Österreich gibt. Daher ist das für uns ein brisantes Thema“, kommentiert Franz Fischler, ehemaliger österreichischer Land- und Forstwirtschaftsminister und Präsident des traditionsreichen Europäischen Forums Alpbach (EFA).                                                                                                                                                                      

    „Natürlich sind wir auch von Gas-Lieferungen aus Russland abhängig. Doch nicht nur das: Österreich ist ein Verteilerzentrum für russisches Gas, die OMV ist da tätig. Wir sind da mindestens in gleichem Maße betroffen wie Deutschland.“  

           

    Europa müsse nun auch gegenüber dem US-Senat Stellung beziehen und nicht nur gegen Donald Trump, um dessen Person sich die öffentliche Diskussion in Österreich drehe, so der Experte. Die Widersprüchlichkeit der US-Politik werde durchaus wahrgenommen, jedoch wisse kaum jemand, was er von den Meldungen halten solle. 

    Zu Russland hingegen höre er derzeit nicht sehr viel in der öffentlichen Diskussion in Österreich, sagt Fischler. Klar sei aber, dass in puncto Wirtschaftssanktionen Politik und Wirtschaft gegensätzliche Positionen vertreten würden.

     „Die gesamte Wirtschaft Österreichs ist für eine Rücknahme der anti-russischen Sanktionen der EU. Wohlgemerkt: Der von der EU verhängten Sanktionen. Die Wirtschaftsleute hier bei uns sind eher kritisch, die Politiker müssen stets auf die ‚Wichtigkeit‘ von Sanktionen hinweisen. Das geschieht jedoch aus außenpolitischen und nicht aus wirtschaftlichen Gründen.“  

    Ilona Pfeffer

    Das komplette Interview zum Nachhören:      

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    Tags:
    Gaslieferungen, EFA, OMV, EU, Franz Fischler, Donald Trump, Sebastian Kurz, Österreich, USA, Russland