08:55 21 Juni 2018
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    Katze, Erholung (Archivbild)

    „Macht, was er will“: Eine Ode an den Stubentiger, wie er leibt und lebt

    © Sputnik / Ekaterina Tschesnokowa
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    Das Katzenglück steht in vielen deutschen Haushalten im Mittelpunkt. Ganz besonders heute, am Internationalen Tag der Katze. So unberechenbar und unflexibel sie auch sein mögen: Ohne die haarigen Vierbeiner wäre das Leben doch nur halb so schön. Also stimmt nun auch Sputnik ein Loblied auf die Samtpfote an.

    Schon die alten Ägypter wussten: Mit einer Katze zusammen ist das Leben einfach besser! Katzen dienten ihren Besitzern zur Jagd auf Mäuse und Wasservögel, doch wurden sie nicht nur als nützliche Helfer gesehen. Die Ägypter verehrten die Katzengöttin Bastet, der sie Einfluss auf Fröhlichkeit, Liebe, Schönheit, Weiblichkeit, Anmut und Fruchtbarkeit nachsagten. Im 3. Jahrtausend vor Christus soll sich die Wildkatze selbst domestiziert haben, doch bis heute geben uns die Samtpfoten viele Rätsel auf.

    Zum Weltkatzentag wollen wir deshalb einen Blick auf die Eigenheiten des beliebtesten deutschen Haustieres werfen.

    via GIPHY

    Eines kann jeder Katzenhalter mit Sicherheit behaupten: Katzen sind unberechenbar und oftmals erziehungsresistent. Gerne werfen sie scheinbar wahllos Objekte vom Tisch, so manche Vase muss in einem Katzenleben dran glauben. Ob die kleinen Vierbeiner physikalische Experimente durchführen?

    „Hier geht es um Aufmerksamkeit: Ich will jetzt mit dir spielen und wenn du nicht mitspielen willst, dann ärgere ich dich einfach. Das ist ganz normal“, erklärt Harri Kindt, Erster Vorsitzender des Berliner Katzenschutz e.V., gegenüber Sputnik.

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    Überhaupt scheint es, als wollten die Katzen, dass ihre Menschen immer genau das tun, was sie von ihnen verlangen. Harri Kindt bestätigt: Katzen fühlen sich uns überlegen, wir sind bloß ihre Dosenöffner.

    „Sie stehen über den Dingen, das ist nun mal ihre Eigenart. Katzen haben ihre Fütterer, mehr brauchen sie nicht. Einen gewissen Einfluss kann man auf Katzen nehmen, aber irgendwann ist Schluss und dann macht die Katze doch, was sie will.“

    Um es mit Kurt Tucholskys Worten zu sagen: „Die Katze ist das einzige vierbeinige Tier, das den Menschen eingeredet hat, er müsse es erhalten, es brauche aber nichts dafür zu tun.“

    Und wenn der Mensch mal nicht rechtzeitig zur Stelle ist, um den Katzenansprüchen Genüge zu tun, helfen sich die klugen Tiere auch schon mal selbst. Eine Katze habe er gehabt, die eigenmächtig den Kühlschrank habe öffnen können, erzählt Harri Kindt.

    via GIPHY

    Doch seien wir ehrlich, Katzen geben uns auch viel zurück. Zum Beispiel tote Mäuse oder Vögel, damit wir nicht verhungern. Und an Unterhaltungswert ist eine Katze in manchen Momenten kaum zu überbieten. Beispielsweise, wenn sie urplötzlich ihre „verrückten fünf Minuten“ hat (vorzugsweise nachts um drei), in denen sie, wie vom Teufel besessen, durchs Haus flitzt und urtümliche Schreie von sich gibt. Was in solchen Momenten in einem Katzenkopf vor sich gehe, wisse man bis heute nicht, sagt Kindt. „Wer das herausfindet, würde einen Doktortitel oder eine Professur verdienen.“ Also vielleicht doch besessen?

    via GIPHY

    Ein häufiger Grund dafür, warum diese doch so beliebten Tiere im Tierheim landen, ist deren mangelnde Bereitschaft, ihre Dosenöffner mit anderen Menschen zu teilen, so Katzenexperte Kindt.

    „Wenn ein neuer Partner hinzukommt, lassen sich die Katzen gerne was einfallen – sie verewigen sich z.B. auf seiner Kleidung oder in seinen Schuhen. Sie wollen sagen: Du passt hier nicht rein, ich will mit Frauchen alleine sein. Oft entscheiden sich dann die Menschen schweren Herzens, das Tier abzugeben.“

    Damit es nicht immer mehr Katzen in den deutschen Tierheimen werden, wünscht sich Harri Kindt zum Weltkatzentag einen verantwortungsvolleren Umgang mit den Vierbeinern.

    „Mein größter Wunsch wäre, dass wir in Deutschland einheitlich die Kastrations- und Chippflicht einführen. Das wäre für alle eine große Hilfe: Die Tiere würden weniger ausgesetzt und man könnte bei Fundtieren nachvollziehen, wo sie gemeldet sind.“

    Ilona Pfeffer

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    Tags:
    Katzen, Tiere, Ilona Pfeffer, Deutschland
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