21:33 15 Dezember 2019
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    Oleg Sirota bei der Arbeit

    Positive Seite der Sanktionen: Russischer Parmesan erobert Herzen der Schweizer

    © Sputnik / Anton Denissow
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    Oleg Sirota war ein gewöhnlicher IT-Profi mit eigenem Business, Auto und normalem Leben in der Großstadt Moskau. Alles hat sich jedoch verändert, als westliche Sanktionen gegen Russland und das anschließende Importembargo in Kraft traten. Nun betreibt Sirota seit zwei Jahren eine Molkerei. Sein Käse ist übrigens auch in der Schweiz zu schätzen.

    Im Interview mit Sputnik Serbia erläuterte der Geschäftsmann, wie er zum Leben auf dem Lande gekommen sei.

    „Ich wollte sofort nach dem Schulabschluss Bauer werden“, erinnert er sich. Damals habe er jedoch keine Perspektiven in diesem Bereich gesehen. „Aber dann habe ich mich an einem Tag entscheiden, als das Lebensmittelembargo (seitens Russlands gegen die westlichen Sanktionen – Anm. d. Red.) eingeführt wurden. Das war vor drei Jahren“, so Sirota.

    „Der Staat hat mir mit Land geholfen. Als ich dann begriff, dass der Staat mir hilft, habe ich es riskiert: Ich habe mein Auto, meine Wohnung, mein Unternehmen verkauft – alles verkauft, um den russischen Parmesan herzustellen“, erläuterte der Käseexperte.

    Nun arbeite seine Molkerei bereits seit zwei Jahren. Der russische Staat habe dem Unternehmen unter anderem 18 Millionen Rubel (umgerechnet rund 250.000 Euro) Zuschüsse für den Bau eines Kuhstalls bereitgestellt.

    Vor kurzem sei die Käserei von Schweizer Spezialisten besucht worden. Sirota habe großen Lob für seine Produktion erhalten.

    • Oleg Sirota auf seiner Farm
      Oleg Sirota auf seiner Farm
      © Sputnik / Ilja Pitaljow
    • Prozess der Käseherstellung
      Prozess der Käseherstellung
      © Sputnik / Ilja Pitaljow
    • Produktion vom Oleg Sirotas Unternehmen
      Produktion vom Oleg Sirotas Unternehmen
      © Sputnik / Oleg Sirota
    • Oleg Sirota bei der Arbeit
      Oleg Sirota bei der Arbeit
      © Sputnik / Anton Denissow
    • Oleg Sirota und sein Mozzarella
      Oleg Sirota und sein Mozzarella
      © Sputnik / Ilja Pitaljow
    • Russkij Parmesan das Unternehmen für Käseherstellung von Oleg Sirota
      "Russkij Parmesan" das Unternehmen für Käseherstellung von Oleg Sirota
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    Oleg Sirota auf seiner Farm

    „Vor kurzem waren Schweizer Kollegen bei uns zu Besuch. Das waren Besitzer von Molkereien, die ich zuvor als Tourist und Lehrling besucht hatte. Und sie sagten: ‚Sie haben den besten Käse außerhalb der Schweiz.‘“

    Produktion einer Gasturbine bei der Siemens-Fabrik in Berlin (Archivbild)
    © AFP 2019 / Johannes Eisele
    Beim Petersburger Wirtschaftsforum habe sich eine andere interessante Situation ereignet, erzählt Sirota weiter.

    „Im Korridor habe ich den amerikanischen Botschafter gesehen. Ich lief schnellstens zu unserem Ausstellungsstand, nahm einen Käselaib und habe ihn dem Mann gebracht, der meiner Meinung nach einen großen Beitrag zur russischen Käseproduktion geleistet hatte.“

    Laut dem Käsespezialisten wollte er sich somit bei der amerikanischen Regierung und ihrem Volk dafür bedanken, dass Sanktionen eingeführt wurden.

    „Auf diese Weise haben wir die Chance für die Landwirtschaft erhalten. Und er nahm diesen Käse und versprach, uns zu besuchen“, schloss Sirota.

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    Tags:
    Käse, Landwirtschaft, Sanktionen, Russland