07:18 19 Oktober 2017
SNA Radio
    Das verlassene Gebäude einer ehemaligen Radiostation in Kootwijk, Niederlande

    Zahlen, Namen, Gruselstimmen: Fünf Radiostationen, die mysteriöse Codes funken

    CC BY 2.0 / Lennart Tange / Radio Kootwijk
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    Es gibt geheimnisvolle Radiostationen auf der Welt, die nur ein Rauschen funken – aber zwischendurch mysteriöse Codes mit Namen, Zahlenkombinationen oder Satzfetzen von sich geben.

    Das Nachrichtenportal „Afischa Daily“ hat zu fünf dieser Stationen Recherchen angestellt und präsentiert Ergebnisse, die jeden Verschwörungstheoretiker begeistern werden.

    UBV-76: „Herrenlose“ Zahlencodes aus den Petersburger Sümpfen

    Die Radiostation unter dem Codenamen UBV-76 funkt seit nun mehr als 30 Jahren mysteriöse Zahlen-, Buchstaben- und Namenkombinationen, deren Bedeutung bisher nicht entziffert werden konnte. Die erste Übertragung, bei der auch diese mysteriösen Codes zum ersten Mal zu hören waren, wurde bereits 1982 empfangen – seitdem ist die Station von Jahrzehnt zu Jahrzehnt nur aktiver geworden. Konnte man in den 1980er Jahren die seltsamen Codes nur etwa einmal in mehreren Jahren hören, hat sie seit 2010 angefangen, beinahe täglich in dem Rauschmeer die nicht-entschlüsselten Codes zu senden.

    Ein Beispiel solch einer Übertragung war etwa: „Ich UBV-76 Ich UBV-76. 180 08 BROMAL 74 27 99 14. BORIS, ROMAN, OLGA, MICHAIL, ANNA, LARISA. 7 4 2 7 9 9 1 4.“

    Auf einer anderen sagt eine Männerstimme: „Gebe Erlaubnis für ‚Abbruch‘.“

    Einige von mysteriösen Radiostationen werden seit langem zu Militärzwecken benutzt
    © Sputnik/ Mikhail Klementiew
    Einige von mysteriösen Radiostationen werden seit langem zu Militärzwecken benutzt

    Was die Zahlencodes bedeuten, ist unter Verschwörungstheoretikern und „Signaljägern“ umstritten. Die einen vermuten, dass sie während des Kalten Krieges entwickelt wurden, um mit sowjetischen Spionen überall auf der Welt kommunizieren zu können. Die anderen meinen, dass die Codes gesendet werden, um im Angriffsfall Atomraketen starten zu können – wenn es sein muss, ohne direkten Befehl der Landesführung, falls diese den atomaren Erstschlag nicht überlebt.

    Wo sich die Signaljäger jedoch sicher sind, ist, dass die Station vom russischen Militär genutzt wird. Dieses streitet allerdings ab, jemals eine Radiostation UBV-76 unterhalten zu haben.

    Die „Piep-Station“: Buchstaben, Zahlen, Wetterprognosen

    Weniger bekannt, aber nicht weniger mysteriös ist die sogenannte „Piep-Station“. Diese sendet seit 1986 auf zwei verschiedenen Frequenzen – ihre Quelle wird in der Region um Rostow-am-Don, einer Stadt 1100 Kilometer südlich von Moskau, die auch gerne mal als „Tor zum Kaukasus“ bezeichnet wird, vermutet.

    Auch sie wird laut Signaljägern vermutlich für militärische Zwecke genutzt, ist aber noch viel aktiver als UBV-76: Das „Piepen“ könne man bis zu 50 Mal in der Minute hören. Die Sprachnachrichten sind zudem noch wirrer, wie etwa: „Für JCHJ 3J1B NI9B DMZ3 49FT…“

    Manchmal wird es noch verrückter: Die Piep-Station sendet auf einmal Satzfetzen aus Wetterberichten, wie etwa hier zu hören (bitte Audioaufnahme).

    Was genau das Ziel der Station ist, ist ungeklärt.

    „Russian Man“ – es spricht ein verstorbener Radiokommentator

    Die Kurzfrequenzstation unter dem Pseudonym „Russian Man“ sendet dagegen nur Zahlen. Soweit ist nichts allzu Ungewöhnliches dabei, allerdings ist die männliche Stimme der Stimme von Radiokommentator Juri Leviatan zum Verwechseln ähnlich – das Ungemütliche hierbei: Der Mann ist seit 1983 tot.

    Zudem ist das Funken dieser Station deutlich versierter: Die Funkfrequenz ändert sich je nach Monat, Woche und Tag, sodass nur erfahrene „Signaljäger“ der Station folgen können.

    Lincolnshire Poacher: eine singende Radiostation

    Übertragen die meisten dieser geheimnisvollen Stationen nur Zahlen- und Buchstabenkombinationen, so sendet der sogenannte Lincolnshire Poacher zwölf Mal die Melodie des gleichnamigen Liedes, der dann eine Zahlenkombination folgt.

    Vermutlich nutzt der Sender die zwei Strophen des Volksliedes als Kennung, um danach den eigentlichen Code zu senden. Der Sender wurde mit großer Wahrscheinlichkeit vom britischen Secret Intelligence Service genutzt und sendete verschlüsselte Nachrichten von der Insel Zypern. Der verschlüsselte Code sollte anscheinend britische Spione erreichen, die ihn für ihre Missionen gebraucht haben.

    Funkamatuere in der ganzen Welt versuchen die geheimnisvollen Codes zu entschlüsseln
    © Sputnik/ Yuri Kaplun
    Funkamatuere in der ganzen Welt versuchen die geheimnisvollen Codes zu entschlüsseln

    Im Juli 2008 endeten jedoch alle Übertragungen schlagartig.

    Atención – eine „echte“ Spionagestation

    Die einzige Radiostation unter den hier aufgezählten, der man ihre Spionagetätigkeit nachweisen konnte, war die Atención auf Cuba.

    Offiziell bestätigt wurde dies, als der FBI im Jahr 1995 einige Codes knacken konnte und anschließend bei Verhandlungen präsentierte. Eine der geknackten Nachrichten beinhaltete angeblich Glückwünsche zum 8. März: „Bitte gratuliert allen Frauen und Genossinnen zum Internationalen Frauentag.“

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    Tags:
    Geheimnisse, Radiosendung, Kalter Krieg, Atomschlag, FBI, Kuba, Zypern, Großbritannien, Sowjetunion, Russland