04:11 17 Oktober 2017
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    Die anerkannte Diskriminierung: Kaffee für Männer ist teurer

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    Im Café „Handsome Her“ in Melbourne zahlen Männer offiziell mehr als Frauen. Die Begründung: „Weil sie mehr verdienen“. Die Idee sorgt für Diskussionen.

    Vor der Eingangstür steht eine Tafel mit den drei „House Rules“:

    1. Frauen haben den Vorrang in der Platzwahl.

    2. Männer zahlen 18 Prozent mehr, um das geschlechtsspezifische Lohngefälle (2016) widerzuspiegeln. Das Geld ist die Spende für die Frauendienstleistung.

    3. Man soll alle gegenseitig respektieren.

    Wenn Sie einverstanden sind, kommen Sie bitte rein!

    Wie Café-Besitzerin Alexandra O'Brien erklärt, handelt es sich nicht darum, das männliche Leben schwer zu machen, sondern darum, Aufmerksamkeit auf die Ungleichheit bei der Bezahlung zu lenken. Sollten die Männer diese geschlechtsbedingte 18- Prozent-Steuer nicht bezahlen wollten, würden sie nicht gleich rausgeschmissen, räumt sie ein. Dies sei einfach eine Gelegenheit, etwas Gutes zu tun. Bislang habe aber noch kein Mann die Bezahlung des Aufschlags verweigert.

    ​Die Reaktionen auf das Café-Konzept sind geteilt. Die einen sagen, die Idee sei toll. Eine Mehrheit  ist aber verärgert. Ein Reddit-Nutzer schreibt: „Wie kommt man auf solche bescheuerten Ideen? Man behandelt also die Menschen absichtlich ungleich, weil andere Menschen woanders auch ungleich behandelt wurden.“  Der andre fügt hinzu, man verliere auf solche Weise 50 Prozent der Kundschaft einfach nur, um im Trend zu bleiben.

    Die Australier sind nicht als Erste auf diese Idee gekommen: In Frankreich wurde das Konzept eines ähnlichen Cafés von der Gesellschaft nicht akzeptiert und die Einrichtung wurde bald geschlossen.

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    Tags:
    Geld, Frauen, Diskriminierung, Kaffee