02:52 19 Oktober 2018
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    Forscher: Wie Sport in der Jugend das Gedächtnis im Alter fördert

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    Sport im Jugendalter verbessert das Kurz- und Langzeitgedächtnis in älteren Jahren, berichtet die Zeitschrift „eNeuro“ unter Berufung auf Forschungsergebnisse der kanadischen Neurowissenschaftler.

    Martin Wojtowicz und seine Kollegen von der University of Toronto (Kanada) haben bestätigt, dass Ähnliches bei den Nagetieren geschieht. Sie haben die Gehirntätigkeit bei zwei Gruppen von Ratten beobachtet, wo eine Hälfte eine passive Lebensweise führte und die andere regelmäßig von den ersten Lebenstagen an das Laufrad benutzte.

    Diese Forschungen haben bestätigt, dass unmittelbar nach dem Training das Kurzzeit- und das Langzeitgedächtnis wirklich verbessert werden.

    Sechs Wochen intensiver Übungen „in der Kindheit“ reichten für die Verbesserung des Gedächtnisses in älteren Jahren, so dass die Ratten schneller den Ausgang aus dem Labyrinth in einer fremden Umgebung finden konnten.

    Die Forscher sind der Meinung, diese Gedächtnisverbesserung sei mit der hohen physischen Aktivität verbunden: Sport stimuliert die Bildung neuer Verbindungen zwischen den Hippocampus-Zellen, dem Speicherzentrum des Gehirns, und hat „erwachsene“ Stammzellen gezwungen, neue Neurone zu bilden und deren Anzahl und Dichte zu erhöhen.

    Solche Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass die körperliche Aktivität die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung der Alzheimer-Krankheit und anderer neurodegenerativer Erkrankungen reduzieren kann, welche mit einem massiven Verlust von Nervenzellen verbunden sind.

    In den letzten Jahren haben mehrere Forschungsgruppen bestätigt, dass intensive Formen der körperlichen Aktivität wesentlich die Arbeit des Gehirns verbessern. Australische Wissenschaftler haben zum Beispiel 2008 herausgefunden, dass ein 50-Minuten langer Spaziergang deutlich das Gedächtnis und die Konzentration bei älteren Menschen verbessern kann. Im Jahr 2015 haben ihre italienischen Kollegen gezeigt, dass physische Aktivitäten den Nervenzellen helfen,  neue Verbindungen mit anderen Neuronen bei Verletzungen oder bei der Entwicklung neuer Fähigkeiten zu bilden.

    Alle Versuche, den Grund dieser Verbesserungen im Gehirn herauszufinden, sind indes gescheitert. Forscher haben immer wieder eine Verbindung zwischen der Zunahme der Hippocampus-Größe während des Trainings und der Verbesserung des Gedächtnisses bei Kindern und älteren Menschen gefunden, aber nicht bei Erwachsenen, deren Gedächtnis nach dem Training ebenfalls merklich besser geworden war.

     

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    Tags:
    Forschungen, Gehirn, Sport, Kanada