16:13 24 April 2018
SNA Radio
    Bunker, Japan (Archivbild)

    Japaner wollen mehr Atombunker – Furcht vor Kims Raketen greift um sich

    © AP Photo / Shuji Kajiyama
    Panorama
    Zum Kurzlink
    8514

    So groß ist in Japan die Angst vor einem Raketenangriff aus Nordkorea, dass es einen Run auf Bombenbunker gibt: Die Nachfrage nach bombensicheren Unterständen ist um ein Vielfaches gestiegen, wie eine japanische Bunkerbaufirma im Sputnik-Interview erklärte.

    Ausgerechnet der japanische Premier Shinzo Abe hat die Ängste zusätzlich befeuert: Auf einer Parlamentssitzung im April dieses Jahres erklärte der japanische Regierungschef, Nordkorea könnte seine Raketen mit Giftgas-Sprengköpfen ausrüsten.

    Unbegründet sind die Sorgen der Japaner wohl aber nicht, sind doch allein in diesem Jahr rund ein Dutzend nordkoreanischer Raketen vor der japanischen Küste niedergegangen.

    Die Firma Oribe Seiki aus dem japanische Kobe baut bombensichere Bunker seit 1962. Eine Sprecherin des Unternehmens bestätigte im Sputnik-Interview: Seit der Eskalation auf der Koreanischen Halbinsel sei die Nachfrage nach dessen Produkten extrem stark gestiegen – um das 26-Fache nämlich im Vergleich zum Vorjahr.

    Die Bunker des Unternehmens werden im Falle eines Raketenangriffs hermetisch abgeriegelt, sodass eine Familie dort laut der Firmensprecherin zwei Wochen lang überleben kann. Den nötigen Wasser- und Lebensmittelvorrat muss die Familie jedoch eigenständig anlegen. Die Bunker sind mit einem Luftaufbereitungssystem ausgerüstet, das nicht nur Giftgase, sondern auch radioaktive Stoffe herausfiltert.

    Ein Bunker für eine drei- bis fünfköpfige Familie kostet laut der Sprecherin 180.000 bis 195.000 Euro – je nach Ausstattung und Komfort, sofern davon in der Extremsituation eines Raketenangriffs überhaupt die Rede sein kann.

    Die japanische Bunkerbaufirma garantiert laut ihrer Sprecherin, dass die Konstruktion ihrer Bunker einer Bombenexplosion standhält. Selbst wenn die Eingangstür zu den Bunkern auf 1.200 Grad erhitzt wird, bleibt sie stabil.

    Dass die Menschen in Japan derzeit verstärkt Bombenbunker nachfragen, ist indes naheliegend, wie die Firmensprecherin sagt, sind doch nur 0,02 Prozent der japanischen Haushalte auf einen Raketenangriff mit einem sicheren Unterstand vorbereitet.

    Zum Thema:

    Wegen Raketengefahr aus Nordkorea: Japan braucht dringend neue Abfangflugkörper
    Spannungen im Südchinesischen Meer: Japan testet neue Anti-Schiff-Rakete – VIDEO
    Japan zeigt erstmals neueste Überschall-Schiffsabwehrrakete in Aktion – VIDEO
    Tags:
    Bunker, Luftabwehr, Interview, Shinzo Abe, Nordkorea, Japan
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren