12:01 03 August 2020
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    Der Vizechef der Moskauer Hochschule für Geschichte und Politik, Wladimir Schapowalow, hat in einem Interview mit Sputnik die Notwendigkeit der Vereinigung aller internationalen Bemühungen in der Bekämpfung des Terrorismus betont.

    Spanien sei allem Anschein nach von den Terroristen nicht zufällig für ihre Anschläge ausgewählt worden, hob Schapowalow hervor.

    „Das ist doch der Mittelmeerraum, sehr viele Menschen reisen nach Spanien, das ist das größte Tourismuszentrum europaweit. Und es ist leider ein sehr günstiges Ziel für Attacken solcher Art. Das, was passiert ist, ist ein ziemlich ernsthafter und schwerwiegender Grund, um sich Gedanken über die Sicherheitsmaßnahmen in Spanien sowie in anderen europäischen Ländern zu machen, darunter auch in den Urlaubsorten im Mittelmeerraum", sagte er. 

    Die jüngsten Vorfälle in Katalonien würden auf die Notwendigkeit hinweisen, die internationalen Bemühungen bei der Bekämpfung des Terrors zu vereinigen, betonte der Politologe. 

    Die Konsolidierung der Bemühungen verschiedener Länder im Kampf gegen den Terror stehe auf einem „sehr niedrigen Niveau", beklagte er. Der Hauptursache dafür sei, dass „egoistische Interessen" vor allem der westlichen Länder das dringende Bedürfnis der Bildung einer gemeinsamen Anti-Terror-Front überwiegen würden.

    „Russland tritt bereits seit langem mit dieser Botschaft auf. Allerdings finden unsere westlichen Partner andere akute Feinde wie Nordkorea oder das Regime von Bashar al-Assad. Es entsteht ein Gefühl, als ob die westlichen Staatschefs dieses wichtigste Problem hinter ihren augenblicklichen innen- und außenpolitischen Aufgaben nicht bemerken wollen", so Schapowalow.

    Am Donnerstagnachmittag war in Barcelona auf der beliebten Flaniermeile Las Ramblas ein Mann mit einem Transporter in die Menge gerast und hatte dabei 14 Menschen getötet. Mehr als hundert weitere wurden verletzt. Die Verantwortung für das Attentat übernahm die Terrormiliz Daesh (auch „Islamischer Staat", IS). Insgesamt wurden drei Verdächtige festgenommen.

    Nur wenige Stunden später ereignete sich in dem weiter südlich gelegenen Badeort Cambrils eine ähnliche Attacke. Dort fuhren mutmaßliche Terroristen gegen Mitternacht auf der Strandpromenade mehrere Menschen mit einem Pkw an, bevor sie von Sicherheitskräften gestoppt wurden. Sieben Menschen wurden verletzt, darunter ein Polizist. Die Polizei erschoss nach eigenen Angaben vier Täter, der fünfte erlag später seinen Verletzungen. Die Ermittler gehen von einem Zusammenhang mit dem Anschlag in Barcelona aus.

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    Tags:
    Terroristen, Terroranschläge, Cambrils, Barcelona, Katalonien, Spanien