06:11 22 Oktober 2020
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    In Dänemark wird zurzeit in einem gruseligen Fall im Stil skandinavischer Krimis ermittelt. Am Montag ist in der Ostsee die Leiche einer Frau entdeckt worden, der Kopf, Arme und Beine fehlen. Der Fund kann mit dem rätselhaften Verschwinden der schwedischen Journalistin Kim Wall verbunden sein. Dies teilt die Zeitung „The Local“ mit.

    Die 30-jährige schwedische Journalistin gilt seit einem U-Boot-Ausflug am 10. August als verschwunden. Der Leiter der Ermittlergruppe, Jens Meller, geht laut dem Blatt davon aus, dass es sich bei der entdeckten Leiche mit abgetrenntem Gliedmaßen um die verschwundene Journalistin handeln könnte. Mit Sicherheit lasse sich das aber vorerst nicht behaupten. Ein Radfahrer habe zuvor die Polizei auf die Frauenleiche aufmerksam gemacht.

    Zurzeit wird der Leichnam von Gerichtsmedizinern untersucht, um ihn zu identifizieren.

    Zuletzt hatte man Wall am 10. August auf der privaten U-Boot „Nautilus“ des in Dänemark bekannten Tüftlers Peter Madsen gesehen. Die 30-jährige Journalistin wollte eine Reportage über Madsen schreiben und hatte deshalb mit ihm mit der „Nautilus“ einen Ausflug unternommen.

    Am 11. August erhielten die Seenotretter in den frühen Morgenstunden eine Meldung, dass das U-Boot vermisst werde. Um 10.30 Uhr konnte der Kontakt zum U-Boot hergestellt werden: Madsen erklärte, er kehre in den Hafen zurück.Um elf Uhr wurde jedoch gemeldet, das Boot sei in der Nähe von Kopenhagen in einer Tiefe von sieben Metern gesunken – aufgrund technischer Ursachen, wie Madsen später behauptete.

    Am Abend des 11. August wurde der U-Boot-Besitzer festgenommen. Madsen steht seitdem unter dem Verdacht, am Verschwinden der jungen Frau beteiligt gewesen zu sein. Die Ermittler gingen anfangs davon aus, dass das U-Boot möglicherweise zur Tarnung eines Verbrechens absichtlich versenkt worden sei.

    Madsen wies zuerst den Vorwurf von sich ab: Er habe Wall nach dem Interview auf einer Insel im Hafen von Kopenhagen abgesetzt. Später sagte er aber bei einem Verhör aus, die Frau sei bei einem Unglück an Bord ums Leben gekommen. Er habe sie dann über Bord geworfen. Taucher machten sich daraufhin auf die Suche nach der Leiche, doch ohne Erfolg. Von der 30-Jährigen fehlte jede Spur.

    Am Samstag, dem 12. August, hatte die Polizei das U-Boot geborgen. Die Leiche der Frau sei nicht an Bord gewesen, teilte die Behörde mit.

    Die 30-jährige Journalistin Kim Wall hat unter anderem zu Themen wie Umweltschutz, Diplomatie und Feminismus für „The Guardian“ und „The New York Times“ geschrieben. Sie arbeitete viele Jahre lang in New York und Peking.

    Der 46-jährige Peter Madsen ist ein renommierter Erfinder und Ingenieur. 2008 brachte er seine „UC3 Nautilus“ zu Wasser. Das 33 Tonnen schwere Gefährt ist eines der größten privaten U-Boote der Welt. Madsen hatte es gemeinsam mit einer Gruppe von Tüftlern gebaut. Seit 2010 hatte das Boot immer wieder technische Probleme. 2011 wurde es generalüberholt und im April dieses Jahres erstmals wieder zu Wasser gelassen.

    Madsen sitzt zurzeit wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung in Untersuchungshaft.

     

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    Tags:
    Verschwinden, Leiche, Journalist, U-Boot, Dänemark, Schweden