11:49 25 September 2017
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    „Nachtwölfe“ im Donbass (Archivbild)

    „Schwer, darüber zu reden“: Deutsche „Nachtwölfe“ im Donbass erstaunt und schockiert

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    Auf ihrer Fahrt nach Sewastopol (Krim) haben die Biker des russischen Clubs „Nachtwölfe“ in den ostukrainischen Städten Donezk und Lugansk Halt gemacht. Die dem internationalen Team angehörenden Motorradfahrer aus zahlreichen europäischen Ländern, darunter Deutschland, waren über das Gesehene schockiert. Gegenüber Spuntik erklärten sie, warum.

    „Wir haben Beweise für die Ereignisse von 2014-2015 gesehen. Die Männer aus den EU-Ländern, die mit uns reisen, konnten die Schrecken des damaligen Krieges mit eigenen Augen sehen“, sagte der Leiter der Motorrad-Gedenkfahrt Andrej Bobrowski im Sputnik-Gespräch. „Einige Dörfer sind einfach vom Antlitz der Erde getilgt. Obwohl schon drei Jahre vergangen sind, kommt es einem vor, als wäre es erst gestern gewesen. Der Umfang der Zerstörung ist riesig. Ich studiere Geschichte, und all dies ist vergleichbar mit dem Massaker in Wolhynien während des Zweiten Weltkrieges.“

    Ihm zufolge waren die Biker aus der EU, die zum ersten Mal im Donezbecken gewesen sind, erstaunt und schockiert, da nichts von dem, was sie gesehen hätten, mit den Berichten der westlichen Massenmedien übereinstimme.

    „Darüber ist schwer zu reden“

    „Man muss das eigentlich mit eigenen Augen gesehen haben, dann hat man ein eigenes Bild“, betonte der deutsche Biker Alexander Schulz gegenüber Sputnik. Das würde er auch seinen Bekannten und den europäischen Politikern empfehlen.

    Schulz hat eigenen Angaben nach Orte gesehen, die zu 90 Prozent ausgelöscht wurden, so wie die Ortschaft Nikischino. Zusammen mit den Nachtwölfen habe er Städte und Dörfer besucht, wo es schwere Gefechte gegeben habe, wo auch russische Journalisten getötet worden seien.

    „Alles war sehr beeindruckend. Auf einigen Straßen gibt es bis jetzt Bäume mit keinem grünen Blatt. Man hat uns eine Kirche gezeigt, wo schreckliche Dinge passiert waren. Darüber ist schwer zu reden. Sie ist wiederaufgebaut und funktioniert jetzt. In Donezk sieht jetzt alles gut aus, es ist schon alles aufgeräumt und es geht vorwärts.“

    In den Grenzgebieten werde noch geschossen. Aber das einzige Mal, als diesmal geschossen wurde, sei bei der Blumenniederlegung während des Saluts gewesen, so Schulz. Er habe den örtlichen Journalisten viele Interviews gegeben, ausländische Korrespondenten seien aber keine vor Ort gewesen.

    Positiver Eindruck von Bewohnern

    „Die Menschen waren froh, uns zu sehen. Sie kamen mit den Kindern und hatten uns sehr herzlich empfangen. Sie sind sehr positiv eingestellt und sind stolz darauf, dass sie ihr Land zurückgewonnen haben. Sie sehen nun mit Hoffnung in die Zukunft hin“, so Schulz.

    „Wir befanden uns nicht weit von der Frontlilie, es kommt ständig zu Gefechten. Die Leute, denen wir begegneten, sagten, dass sie die Gräueltaten der Strafeinheiten aus Kiew nie vergessen würden. Die Leute sind an den Schusswechsel an der Grenze gewöhnt, aber sie wollen, dass all dies so schnell wie möglich ein Ende nimmt“, fügte Bobrowski hinzu.

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    Die Biker des russischen Motorradclubs „Nachtwölfe“ fahren jedes Jahr auf den „Wegen des Sieges“ durch europäische Länder, um Kränze an Monumenten für die während des Zweiten Weltkrieges gefallenen Sowjetsoldaten niederzulegen. Dem internationalen Team gehören Motorradfahrer aus Russland, Deutschland, Polen, Tschechien, Italien und Österreich an.

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    Tags:
    Gedenkfahrt, Besuch, Motorradclub Nachtwölfe, Donbass, Ukraine
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