23:03 17 November 2019
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    Dmitrij Schosstakowitsch

    Merkel zu Gemeinsamkeiten mit russischem Musik-Genie des 20. Jahrhunderts

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    Bundeskanzlerin Angela Merkel hat im Interview mit dem Journalisten Gabor Steingart für das Handelsblatt über Gemeinsamkeiten mit dem russischen Komponisten Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) gesprochen.

    „Ich hatte jetzt ein Buch über Schostakowitsch gelesen, von Julian Barns. Im Zusammenhang auch mit Lady Macbeth, was ich in Salzburg gesehen habe. Das war nicht zu dick, so dass ich mich damals zwei Tage reinvertiefen konnte“, so Merkel.

    Dabei ging die Politikerin auf einige Details aus dem Umfeld des Komponistenlebens ein.

    „Mein Gedanke war, das Umfeld kennenzulernen, in dem diese Musik entstanden ist, und dann einfach auch letztlich hat mich das Buch zurückgeführt zu einem Konflikt, den ich auch in meiner Jugend sehr oft erlebt habe. Schostakowitsch ist in der Sowjetunion durch die verschiedenen Zeiten der Kulturpolitik gegangen. Diese Frage – Wie offen bist du, wie ehrlich bist du? Ihm ist das Werk verboten worden, und er konnte es nicht aufführen“, erläuterte Merkel.

    Schostakowitsch sei seiner Ausdrucksfähigkeit beraubt worden, sagte sie weiter. Aus diesem Grund habe sie sich in ihrer Jugend entschieden,  Physikerin zu werden, da diese in der DDR nicht verboten werden konnte.

    „Aber wenn Sie Musiker sind, wenn Sie komponieren, diese Musik ist dann immer als unkulturell klassifiziert worden, verboten worden. Und derjenige, der sich einfach nicht artikulieren konnte, hatte dann immer noch Angst um sein Leben. Das sind so die Fragen: Wie ehrlich kann ich sein, wie viel Kraft habe ich, wo gebe ich nach, wie viel Kompromisse mache ich. Und das hat Schostakowitsch sehr bewegt“, sagte die Kanzlerin.

    „Da komme ich dann wieder zu dem Punkt, dass – im Vergleich zu diesen Biographien – es schon schön ist, in einem freien Land zu leben“, schloss sie.

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    Tags:
    Handelsblatt, Angela Merkel, Deutschland