02:39 07 Dezember 2019
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    Bumerangs (Archivbild)

    Frischer Wind bei „Army 2017“: Neuheiten russischer Rüstungsindustrie vorgestellt

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    Auf der Internationalen Rüstungsmesse „Army 2017“ bei Moskau werden praktisch alle modernen Entwicklungen russischer Waffenhersteller demonstriert. Der Hauptschwerpunkt liegt bei der Veranschaulichung der Einsatzmöglichkeiten der russischen Kriegstechnik.

    Zwar wird ein Teil der Produktmuster in einem geschlossenen, Fachleuten vorbehaltenen Bereich präsentiert, doch selbst in dem öffentlich zugänglichen Abschnitt der Schau gab es genug Spektakuläres, darunter der Panzer „Armata“, der weltweit großes Aufsehen erregt hat.

    Auf der Messe werde man nicht nur Waffenmuster und ihre Eigenschaften kennenlernen, betonte der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu bei der Eröffnung, sondern zudem all diese im Einsatz erleben, darunter auch bei Nacht.

    Verteidigungsminister Sergej Schoigu begrüßt Teilnehmer
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    Verteidigungsminister Sergej Schoigu begrüßt Teilnehmer

    „Neben den Entwicklungen bekannter Konstruktionsbüros und der bedeutendsten russischen Hersteller sind beim Forum auch die Leistungen unserer Jungforscher und sogar Studenten breit vertreten. Im Rahmen des Forschungs- und Geschäftsprogramms werden die Nachwuchstalente die Gelegenheit bekommen, angesehene Experten zu treffen, Geschäftskontakte zu knüpfen, Investoren für ihre Entwicklungen und potentielle Auftraggeber zu finden“, so der Minister.

    Schoigu brachte seine Überzeugung zum Ausdruck, dass die Verbindung von Erfahrung und frischen Ideen zum Ausbau des Potentials der russischen Wehrindustrie sowie zur Schaffung von zukunftsträchtigen Waffen und Kriegstechnik beitragen werde.

    Russland behaupte nach wie vor seinen zweiten Platz in der Welt beim Umfang der Exporte von Waffen, Kriegs- und Sondertechnik, erklärte der Chef der Staatsholding „Rostech“ Sergej Tschemesow. Laut offenen Quellen rangieren dabei die USA indes weltweit an erster Stelle. „Allein über ‚Rostech‘ haben die Exportlieferungen im vorigen Jahr 13 Milliarden Dollar betragen. In diesem Jahr setzt ‚Rostech‘ über 19.000 Verträge um.“

    Der Chef der Military Industrial Company Alexander Krassowizki berichtete im Sputnik-Interview, dass sein Unternehmen acht Fahrzeuge zeige:

    „Unser Neuprodukt – den medizinischen Panzerwagen ‚Tigr‘, den wir erst vor Kurzem auf eigene Initiative zur Beförderung von Besatzungen entwickelt haben. Dann einen ‚Tigr‘, an dem wir ein 30-Millimeter-Geschütz montiert haben. Dazu kommt der Mannschaftstransportwagen BTR-87 mit Bugmotor. Er gehört zu unseren Neuprodukten.“

    Generaldirektor von der Military Industrial Company Alexander Krassowizki
    © Sputnik / Nikolaj Jolkin
    Generaldirektor von der Military Industrial Company Alexander Krassowizki

    Den BTR-82-a aus der Produktion des Unternehmens kennen schon alle. Jetzt wird der Mannschaftstransportwagen mit einem Infrarotvisier ausgestattet. Es kann Ziele nachts in einer Entfernung von drei Kilometern erfassen. Der Generaldirektor berichtete zudem über eine Neuentwicklung den Mannschaftstransportwagen „Bumerang“, der in diesem Jahr die Siegesparade am 9. Mai abgeschlossen hat. „Dieser Wagen wird vorläufig noch getestet, aber während des Forums kann man ihn mit Händen anfassen und aus der Nähe betrachten, was bis vor Kurzem unmöglich war. Es wurden bereits mehrere Fahrzeuge hergestellt, die täglich Labor- und Straßenversuche absolvieren, Dauerfahrten machen, damit wir sie bald in die Streitkräfte einführen können.“

    Der erste Tag der Messe „Army 2017“ ging mit einer großangelegten nächtlichen dynamischen Vorführung russischer Waffen und Kriegstechnik zu Ende. Für einheimische und ausländische Zuschauer wurden einige Kampfszenen dargestellt. In der Szene der Vernichtung gegnerischer Aufklärung durch komplexe Feuerführung aus dem Hinterhalt wurden beispielsweise die Panzer Т-80U eingesetzt, an denen Panzerabwehrlenkkomplexe „Refleks“ montiert sind, deren lasergelenkte Raketen aus einer Entfernung von bis 5.000 Metern Ziele treffen können.

    Buggy-Geländewagen
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    Buggy-Geländewagen

    Russische Militärs haben ferner das Schießen auf Drohnen und die Vernichtung gegnerischer Hubschrauber sowie erstmals Buggy-Geländewagen aus ihren Kampferfahrungen in Syrien demonstriert, die für Aufklärungs- und Suchaufgaben sowie für die Begleitung von Streifkorps ausgelegt sind. Sie sind bestückt mit Vierlingsmaschinengewehren vom 7,62-Millimiter-Kaliber mit einer Schussgeschwindigkeit von bis 6.000 Schuss pro Minute und einer Visierdistanz von bis zu einem Kilometer.

    Das Moskauer Forum „Army 2017“ findet zum dritten Mal statt und wird immer umfassender. Bereits gut 1200 große russische und ausländische Organisationen haben ihre Produkte Fachleuten und Interessierten zur Beurteilung vorgestellt. Ihre nationalen Expositionen zeigen auf der Messe Armenien, Weißrussland, Kasachstan, China, Pakistan, Slowenien und Südafrika.

    Nikolaj Jolkin

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    Waffen, Ausstellung, Army-2017, Nikolaj Jolkin, Russland