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    Radioteleskop FAST in der südchinesischen Provinz Guizhou

    China: Touristensturm am Riesenteleskop stört Alien-Suche

    © AP Photo / Liu Xu/Xinhua
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    Ein großes Bauwerk in China bringt als Touristenattraktion Millionen. So auch die 500 Meter große Schüssel des Radioteleskops in der Provinz Guizhou. Zehn Millionen Besucher werden dort bis Jahresende erwartet. Den Sternforschern am Riesenteleskop passt das ganz und gar nicht: Der Touristenlärm störe nämlich die Suche nach außerirdischen Signalen.

    Ganze vier Millionen Touristen kamen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres, um das Radioteleskop FAST in der südchinesischen Provinz zu sehen. Bis Jahresende werden so viele Besucher erwartet wie sonst nur an der Chinesischen Mauer.

    Über 600 Millionen Euro hat die Provinz allein in diesem Jahr an den Reisenden verdient. Doch außer dem Geldsegen kommt mit den Schaulustigen auch der Lärm. Und diese Unruhe könne die Messdaten des Teleskops stören, fürchten die dort forschenden Wissenschaftler, wie die Zeitung „South China Morning Post“ berichtet.

    Das Teleskop sei ja nicht ohne Grund in einer weitentfernten und menschenleeren Gegend gebaut worden. Mit verstärkter „menschlicher Aktivität“ werde die Gegend aber „elektromagnetisch verschmutzt“, moniert der Einrichtungsdirektor Zhu Tsin laut dem Blatt.

    Gebaut wurde das Teleskop, um Pulsare und interstellare Signale außerirdischen Ursprungs zu identifizieren. Mit über 160 Millionen Euro Baukosten ist es Chinas teuerste Sternwarte. Die FAST-Mitarbeiter kooperieren heute mit dem russischen Unternehmer Juri Milner. Dessen Team vom Breakthrough Listen-Projekt sucht – mit einem Budget von knapp 100 Millionen Euro ausgestattet – nach außerirdischem Leben im Universum.

    Die Ziele der FAST-Wissenschaftler erfordern jedenfalls Stille und Abgeschiedenheit. Jetzt aber funken die Touristen dazwischen. Über 40 Hotels und 100 Restaurant sind in den letzten Monaten in der Nähe des Riesenteleskops eröffnet worden – eine Besserung ist nicht in Sicht: Bald sollen zwei Hochgeschwindigkeitsstrecken von der Provinzhauptstadt Guiyang zum Radioteleskop mit der beeindruckenden Schüssel verlegt werden.

    Der Leiter der Sternwarte seufzt: „Eine Lösung des Problems wird es so schnell offenbar nicht geben. Wir müssen einen Kompromiss finden.“

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    Tags:
    Tourismus, Alien, China