03:59 21 Oktober 2018
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    Army-2017 – Kalaschnikow-Halle

    Kalaschnikow präsentiert Drohnen-Killer, geräuschloses Motorrad und Kampfroboter

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    Neben seiner herkömmlichen Produktion, den Sturm-, Maschinen- und Präzisionsgewehren, präsentierte die Zala Aero Group aus Ischewsk, die zum Kalaschnikow-Konzern gehört, bei der zu Ende gegangenen Messe „Army-2017“einen Drohnen-Killer. Es handelt sich um die elektronische Flinte REX-1, die auch Mobilfunk und WLAN-Signale dämpft.

    „Da Drohnen inzwischen zu erschwinglichen Preisen erhältlich sind, werden sie zuweilen zu rechtswidrigen Zwecken missbraucht“, erläuterte der Vize-Generaldirektor des Unternehmens Konstantin Abaschkin in einem Interview mit Sputnik. „Dazu gehören Spionage an gesperrten Objekten und die Möglichkeit, bei Terroranschlägen einen Sprengsatz daran zu befestigen. Deshalb haben wir eine Vorrichtung zur Bekämpfung von Drohnen entwickelt. Sie ist mit zwei Richtantennen von 2,4 GHz bis 5,8 GHz versehen. Innerhalb dieses Bereichs werden alle zivil genutzten Drohnen gesteuert.“

    Vize-Generaldirektor von Zala Aero Group Konstantin Abaschkin
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    Vize-Generaldirektor von Zala Aero Group Konstantin Abaschkin

    Bei der Aktivierung des Gerätes verliere der Operator der Drohne die Kontrolle über sein Fluggerät und darüber hinaus auch das Bild, und zwar die Videoübertragung, so der Experte weiter. Danach gebe es zweierlei Szenarien: Die Drohne müsse landen oder sie stürze ab.

    Dronen-Killer
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    Dronen-Killer

    „Wir haben außerdem ein Laser-Stroboskop und einen NVR eingebaut“, so Abaschkin, „mit dem unser Vorgehen festgehalten werden kann. Das Stroboskop und der Laserstrahl schalten außerdem die Optik aus. Dies ist eine zusätzliche Option. Man kann den Fahrer blenden und zugleich das GPS-, GLONASS-, Galileo-, und BD-Signal unterdrücken.“

    Dronen-Killer in Aktion
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    Dronen-Killer in Aktion

    Dies sei bei der Bekämpfung von Terroristen wichtig, die mit Fahrzeugen Menschen überfahren. Die Vorrichtung zeichne sich durch ihren kompakten Aufbau aus. Sie wiege nur rund vier Kilo. „Wir haben ihr bewusst die Form einer Flinte gegeben, damit jeder, der mit Schusswaffen umgehen kann, unser Erzeugnis problemlos handhaben kann, das heißt, bei uns ist alles sehr einfach gestaltet.“

    Die Batterien seien innen eingebaut. Es bedürfe keinerlei externer Einheiten. Ihre Betriebsdauer betrage drei Stunden. Der Wirkungsbereich der Richtantennen betrage 1000 Meter, bei der Antenne zur Unterdrückung der Navigationssatellitensysteme seien es bis zu 5000 Meter.

    Der Drohnen-Killer könne auch im automatischen, stationären Betrieb arbeiten. Abaschkin führt folgendes Einsatzbeispiel an: „Wurde etwa ein herrenloser Rucksack gefunden, kann man daneben unser Gerät aufstellen. Es wird alle Mobilfunksignale dämpfen und dadurch eine Explosion des eventuellen selbstgebastelten Sprengkörpers ausschließen.“

    Geräuschlose Motorräder für Spezialeinheiten und Polizei

    Der Konzern Kalaschnikow produziert nicht nur Schusswaffen, sondern hat auch die Produktion von geräuschlosen Motorrädern für  Spezialeinheiten und Polizei aufgenommen. So ein Motorrad kann über durchschnittenes Gelände fahren und ist für Aufklärung und Suchaktionen ausgelegt. Es hat bereits die ersten Prüfungen bestanden. Seine Höchstgeschwindigkeit beträgt 80 km/h und die Fahrweite ohne Aufladung 100 km.

    geräuschlose Motorräder
    © Sputnik / Nikolaj Jolkin
    geräuschlose Motorräder

    Die Geräuschlosigkeit ist dem Einsatz eines Elektromotors zu verdanken. Das Fahrzeug ist hauptsächlich für die Arbeit der Polizei im „grünen Bereich“ der Parks gedacht, wo es auf Umweltfreundlichkeit ankommt, sowie bei der Dokumentierung von Autounfällen.

    Kampfroboter in Syrien getestet

    In der Messehalle des Konzerns Kalaschnikow wurden auch russische Kampfroboter präsentiert. Beispielsweise ist der „Soratnik“, ein knapp sieben Tonnen schweres Gleiskettenpanzerfahrzeug, in der Lage, eine Geschwindigkeit von bis 40 km/h zu entwickeln, wobei seine Fahrweite 400 km beträgt. Im passiven Betrieb kann der Roboter 10 Tage lang autonom funktionieren, was natürlich beeindruckt. Eine inertiale Messeinheit erlaubt es ihm, gerade in der Laufrichtung zu schießen. Um für die Aufklärung zusätzliche Möglichkeiten zu schaffen, werden dem Roboter noch zwei Drohnen des Konzerns Kalaschnikow beigegeben. Das, was auf der Messe „Army-2017“ gezeigt wurde, ist schon während der Kampfhandlungen in Syrien getestet worden.

    Militärroboter „Soratnik“
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    Militärroboter „Soratnik“

    Es ist die erste Plattform dieser Größe, die als unbemanntes Fahrzeug konzipiert und vor gut einem Jahr gebaut wurde. Die 12 mm starke Panzerung schützt es vor Schusswaffen und Landminen.

    Roboter „Nachlebnik“ (Schmarotzer)
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    Roboter „Nachlebnik“ (Schmarotzer)

    Der kleinere Militärroboter, der wohl zum Scherz „Nachlebnik“ (Schmarotzer) genannt wurde, hat die gleiche Funktion. Der Operator steuert die Bewegung der beiden Komplexe, die Wahl der Ziele und die Feuerabgabe direkt über die Fernbedienung. Die Reichweite beträgt maximal 10 km. Allerdings können die Roboter auch im automatischen Modus, selbständig funktionieren. Wenn sie auf den Gegner treffen, können sie ihn auf 2500 Meter entdecken, identifizieren, ausgehend von dem vorhandenen Waffensatz und der Art des Ziels die Waffe wählen und ihn bekämpfen — all das in voller Fahrt.

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    Roboter, Drohne, Waffen, Ausstellung, Army-2017, Nikolaj Jolkin, Syrien, Russland