15:18 26 Oktober 2020
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    Das rasante Wachstum der Zahl der ledigen jungen Chinesen ist eher eine Bedrohung als eine Triebkraft für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Diese Ansicht äußerte Zhang Ning von der chinesischen Nationalen Akademie für wirtschaftliche Strategie gegenüber Sputnik.

    Schon 2015 hat die Anzahl der jungen chinesischen Staatsbürger, deren Vorfahren in ihrem Alter längst verheiratet waren, 200 Millionen überschritten, was beispielsweise die Gesamtbevölkerungszahl von Deutschland und Frankreich übersteigt.

    Analytikern zufolge versuchen in der Regel Spezialisten eine Eheschließung zu vermeiden, die eine anständige Ausbildung absolviert, einen guten Arbeitsplatz sowie ein stabiles Einkommen haben und in Städten leben. Forschungen zeigen, dass das Einkommen dieser Bevölkerungsgruppe  wächst und sie es bevorzugt, das Geld in erster Linie für eigene Freuden und nicht für große Einkäufe auszugeben.

    Dies wirkt sich laut Zhang Ning negativ auf die Struktur des Konsums der Bevölkerung aus. „Natürlich steigert die wachsende Zahl von ledigen, hoch bezahlten jungen Menschen den Umsatz in solchen Bereichen wie Unterhaltung, aber im Großen und Ganzen schadet diese Situation der Wirtschaft.“ Ihm zufolge werden die ledigen jungen Menschen, die sich nicht um ihre Familien kümmern müssen, eine sinkende Motivation zur Arbeit und zur Steigerung ihres Einkommens verspüren. 

    „Ledige und verheiratete Menschen haben unterschiedliche Ansätze zum Konsum: Ledige Personen neigen mehr zur Selbstentwicklung und Befriedigung ihrer Bedürfnisse wie Reisen, kulturelle Freizeitgestaltung usw. Das Wachstum der Kosten für die Ernährung der Kinder ist wiederum nicht so hoch.“

    Einen erfolgreichen Ausgang aus dieser Situation sieht der Experte in der staatlichen Einführung einer Reihe von ermutigenden Maßnahmen wie die Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs und die Erhöhung von Beihilfen, oder gar die Einführung der „Drei-Kinder-Politik“.

    Laut den Untersuchungen des Marktforschungsunternehmens „Mintel“ ist eine klassische Familie eher bereit, große Summen auszugeben als ledige Menschen. Der Grund dafür ist demnach, dass verheiratete Chinesen sich zuversichtlicher fühlen, da sie nicht die einzige Einnahmequelle in der Familie sind.

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    Tags:
    Konsum, Kinder, Ehe, Bedrohung, Wirtschaft, China