13:20 20 September 2017
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    Tal Afar (Archivbild)

    IS-Dschihadisten kapitulieren zu Hunderten in Tal Afar

    © AFP 2017/ AHMAD AL-RUBAYE
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    Hunderte IS-Kämpfer haben bei dem Einsatz der irakischen Armee und ihrer Verbündeten zur Befreiung der irakischen Stadt Tal Afar vor den Streitkräften der autonomen Region Kurdistan, den Peschmerga, kapituliert. Sputnik sprach mit der Mutter eines türkischen IS-Kämpfers, der seine Waffe niedergelegt hat.

    Laut dem Kommandeur einer Einheit der regierungstreuen Miliz Al-Haschd asch-Schabi (zu dt.: Volksmobilmachung) Tahir Ebu Ali wurden hunderte IS-Kämpfer von den irakischen Regierungskräften blockiert und mussten vor den Peschmerga-Einheiten kapitulieren. Die IS-Kämpfer, unter denen sich auch Ausländer befunden haben, hätten sich mit ihren Familien ergeben, sagte Ali gegenüber Sputnik.

    So gebe es beispielsweise unter den 250 IS-Kräften, die in der Nähe der Ortschaft Iyaziye nördlich von Tal Afar kapituliert hätten, Türken, Aserbaidschaner, Jemeniten, Iraker, Afghanen und Ägypter.

    Unter den ausländischen IS-Kämpfern, die ihre Waffen bei der Befreiung von Tal Afar niedergelegt hatten, war auch der Türke Uğur Çardakçı. Seine Mutter, Halide Çardakçı, teilte Sputnik mit, rund 500 türkische IS-Kämpfer hätten vor kurzem vor den Peschmerga-Kräften im Irak kapituliert und ihre Familien in Gefangenschaft mitgenommen.

    Çardakçı zufolge war ihr Sohn vor zwei Jahren nach Tal Afar gereist. Sie wisse nicht, ob er freiwillig der Terrormiliz Daesh beigetreten mit Gewalt dazu gezwungen worden sei. Als er sich in Tal Afar aufgehalten habe, habe sie Kontakt mit ihm über den Instant-Messaging-Dienst Whatsapp unterhalten.

    Dort habe Uğur Çardakçı eine Türkin aus Rize geheiratet, die zwei Kinder zur Welt gebracht habe. Kurz vor seiner Kapitulation sei er bei einem Luftschlag am Rücken und am Bein verletzt worden.

    „Wir haben Fotos von ihm gesehen. Wir bekommen Nachrichten von seiner Frau, aber nicht von ihm", sagte Halide Çardakçı.

    Nach der Kapitulation vor den Peschmerga-Kräften seien die Frauen und Kinder der IS-Kämpfer von der irakischen Armee in Flüchtlingslagern untergebracht worden. Die Männer seien aber irgendwohin anders gebracht worden. Çardakçı sagte, ihre Schwiegertochter, mit der sie sich regelmäßig telefonisch in Verbindung setze, halte sich zurzeit im UN-Lager Hamam Eli nahe Mossul auf.

    Die Angehörigen von Uğur Çardakçı hätten sich beim irakischen Konsulat über sein Schicksal erkundigt, allerdings keine Auskunft bekommen. „Bald werden wir nach Erbil fahren, um bei den Vertretern der Peschmerga-Einheiten nachzufragen", sagte Halide Çardakçı. „Es gibt viele Familien wie unsere. Wir wissen, dass etwa 500 türkische Kämpfer samt ihren Familien vor den Peschmerga kapituliert haben".

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    Tags:
    Niederlage, Kämpfer, Ausländer, Al-Haschd asch-Schaabi, Terrormiliz Daesh, Peschmerga, Türkei, Irak
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